1. August 1976: Vor 40 Jahren stürzte die Reichsbrücke ein

 

Sonntag, 1. August 1976, 4.53 Uhr: Nur fünf Personen befanden sich zu diesem Zeitpunkt in ihren Fahrzeugen – darunter auch ein Gelenkbus der damaligen Wiener Verkehrsbetriebe – auf der Brücke, als diese plötzlich unter ihnen nachgab und großteils in den Fluten der Donau versank. Während sich vier Männer retten konnten, wurde die Leiche der fünften Person erst Tags darauf geborgen. „Trotz dieses Todesopfers war der Zeitpunkt des Einsturzes – so muss man sagen – Glück im Unglück. Nicht auszudenken was passiert wäre, hätte sich der Einsturz ein paar Stunden später, nach Einsetzen des sonntäglichen Bäderverkehrs, oder gar während der Hauptverkehrszeit an einem Wochentag, ereignet“, erinnert sich WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek. Er war damals für die tägliche ORF-TV-Nachrichtensendung „Österreichbild“ unterwegs.

„Nach permanenten Krisensitzungen unter Vorsitz von Bürgermeister Gratz entschloss sich die damalige SP-Alleinregierung, der Öffentlichkeit und vor allem den Medien ihren ‚Brückenstadtrat‘ Fritz Hofmann zu opfern, was zu dessen umgehenden Rücktritt führte. Hofmann dürfte damals vermutlich nicht gewusst haben, wie ihm geschah, zumal er sich – wie sich 1981 dann als richtig herausstellte – keiner Schuld bewusst war“, so Schimanek.Reichsbrückeneinsturz1
Seit dem Einsturz der Reichsbrücke wird nicht nur in Wien, sondern in ganz Österreich allen öffentlichen Brücken regelmäßiges spezielles Augenmerk – sprich lückenlose Überprüfungen – zugewendet.Reichsbrückeneinsturz2
Fotos: ROBERT TÖGEL d. Ä. / Doppeladler.com.