Im Gemeindebau: Seltsame Praktiken bei Geschäftsvermietungen – Stadtrat Ludwig trotz Gegenbeweisen: „Alles in Ordnung!“

Dass bei den Vermietungen  – oder auch Nichtvermietungen wie im Amtshaus Am Spitz – von Geschäftslokalen in Gemeindebauten und Amtshäusern der Stadt Wien einiges im Argen liegt, ist längst kein Geheimnis. Dass diese Praktiken aber von Bürgermeisterkandidat und Wohnen-Stadtrat Ludwig auch noch als „in Ordnung“ befunden werden, erinnert stark an den zur Zeit brodelnden Skandal um die Vermietung von Ständen etwa auf dem Wiener Christkindlmarkt.

In der Ladenzeile des Conrad Lösch-Hofes beim Floridsdorfer Markt etwa gibt es Neuvermietungen geradezu zu Dumpingpreisen, während bei Altmietern für gleich große Geschäftslokale weitaus kräftiger abkassiert wird. Die WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald treten nach eingehenden Recherchen den Beweis für diese Ungleichbehandlung an. So muss etwa „Friseur Hollywood“ als Altmieter für sein Geschäftslokal derzeit monatlich 1.078, 36 Euro berappen, während dem Gas&Wasser-Technik-Betrieb gleich daneben für ein gleich großes und gleich ausgestattetes Lokal monatlich nur 916,34 Euro in Rechnung gestellt werden.
Auch die Betreiber der flächenmäßig größeren „Nähstube“ müssen als Neumieter mit monatlich 1.532,14 Euro deutlich weniger bezahlen, als die zuvor – auch wegen der zu hohen Miete – in einen Stand des Floridsdorfer Marktes übersiedelte „Blumenecke“. – WIFF hat wegen dieser Mißstände im Vorjahr im Bezirksparlament eine offizielle schriftliche Anfrage an den zuständigen Stadtrat Ludwig gestellt. „Dieser hat aber offenbar mit seinem Streben nach dem Bürgermeisterthron so viel zu tun, dass er sich um die Probleme in den ‚Niederungen‘ seines Ressorts nicht kümmern will. Seine – ebenfalls schriftliche – Antwort lautete damals zusammengefasst: ‚Alles rechtmäßig, alles in Ordnung'“, wundern sich Schimanek und Turtenwald über das Verhalten des selbsternannten ‚Mieterschützers‘ Ludwig und schlagen daher den Betroffenen jetzt die Einschaltung der Volksanwaltschaft vor.