Nach Unfall auf dem Floridsdorfer Markt: Das lange Warten auf die Rettung…

Samstag, 25. Mai gegen elf Uhr: Nach einem fatalen Sturz musste eine Pensionistin, aus mehreren Wunden blutend und geschockt auf dem Asphaltboden sitzend, auf die Rettung warten. Die schließlich nachweislich genau 23 Minuten nach der telefonischen Verständigung vor Ort eintraf.

 
Was WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek, der sich mit zwei ebenfalls zufällig anwesenden Mitarbeitern der Stadt Wien zuvor um die Frau gekümmert hatte, dazu veranlasste, die Rettungsleute wegen der ungewöhnlich langen Anfahrtszeit zu befragen. „Das Rettungsteam kam aus dem SMZ Ost in der Donaustadt, obwohl sich in Floridsdorf nächst der Siemensstraße und in der Josef Aschenbrenner-Gasse, nahe beim Spitz, Rettungsstützpunkte befinden. Hier stimmt im gesamten System offenbar einiges nicht“, so Schimanek.
 
Tatsächlich stehen für die beiden Bezirke Floridsdorf und Donaustadt mit gemeinsam rund 350.000 Einwohnern tagsüber ganze sechs Fahrzeuge der Wiener Berufsrettung an insgesamt drei Standorten zur Verfügung. Leopoldau: 3 Fahrzeuge tagsüber, 2 ab 19 Uhr – Karl Aschenbrenner-Gasse: 2 am Tag, 1 ab 19 Uhr – Aspern: 1 Fahrzeug rund um die Uhr.
 
Dazu WIFF-Bezirksrat Schimanek: „Eindeutig viel zu wenig! Und wenn man bedenkt, dass für die rund 1,9 Millionen Einwohner Wiens sage und schreibe zwischen 32 und 36 Fahrzeuge der Berufsrettung – je nach Urlauben und Krankenständen – zur Verfügung stehen, während beispielsweise Hamburg mit 1,7 Mio Einwohnern über 112 Fahrzeuge der dortigen Berufsrettung verfügt, wird der auch vom Floridsdorfer FPÖ-Bezirksrat und Personalvertreter bei der Wiener Berufsrettung, Thomas Berl, seit Jahren kritisierte ‚Rettungsmißstand‘ in der Stadt Wien so richtig deutlich. Da machen die für die Wiener Berufsrettung bei Bedarf in ganz Wien einsetzbaren rund 15 Fahrzeuge freiwilliger Hilfsorganisationen das Kraut auch nicht mehr fett“.
 
Schimanek ortet als Hauptursache dieser auf dem Rücken der Bevölkerung betriebenen Sparpolitik der rot&grünen Wiener Stadtregierung die gähnenden Leere in der Wiener Stadtkasse.“Wenn – noch dazu ungestraft – 600 bis 700 Millionen am Unsinnsstandort des Krankenhauses Nord versenkt werden oder – wie zuletzt im Ressort von Stadträtin Sima (SPÖ) – 26 Millionen Euro im Projekt eines neuen Kraftwerks, das nie gebaut wurde bzw. wird, versickern, darf man sich nicht wundern, wenn beispielsweise für die Rettung in Wien nichts mehr übrig bleibt“, so Schimanek abschließend. –
Fotos: Franz Hödl.