1966 – vor genau 50 Jahren – holte Admira als damals noch Floridsdorfer Fußballklub Cupsieg und Meistertitel

50 lange Jahre sind es her, seit mit Admira aus Jedlesee am 11. Juni 1966 zum bisher letzten Mal ein Floridsdorfer Klub den Titel eines Österreichischen Fußballmeisters errungen hat. Und – sozusagen zum „Drüberstreuen“ – ging Tage zuvor auch noch der Pokalsieg nach Floridsdorf. WIFF-Landesparteiobmann Hans Jörg Schimanek, seit seinem 6. Lebensjahr Admira-Anhänger und später langjähriges Vorstandsmitglied des Klubs, erinnert sich:

Den Auftakt des „Floridsdorfer Fußballwunders“ machte das Cupfinale Admira gegen Rapid im Wiener Stadion. Schon vor Beginn sorgten die Jedleseer für eine Überraschung: Sie verweigerten ein Mannschaftsfoto, „weil das“, so Verteidiger Michael Breibert später, „ein Knofel gewesen wäre und kein Glück gebracht hätte“. Und als der Schiedsrichter zum Schlußpfiff in dieses heiß umkämpften Begegnung ansetzte, kamen die deutlich in der Mehrheit befindlichen Rapid-Fans endgültig aus dem Staunen nicht heraus: Admira war nach einem Tor von Anton „Burli“ Herzog, dem Vater des heute als US-Co-Trainer tätigen Andreas Herzog, durch ein 1:0 Österreichischer Pokalsieger. Und das im gesamten Bewerb mit 9:0 ohne Gegentor. – Der Trubel inmitten der auf das Spielfeld gestürmten Fans – darunter auch ich und als mein Freund der damalige Hochsprung-Meister Helmut Donner –  war derart groß, dass es den Fotografen auch jetzt nicht gelang, ein Mannschaftsfoto zu „schießen“. – „Das machen wir dann nach dem Meisterschaftsfinale am Samstag“, hieß es bei Spielern und Funktionären.Admira-3

Tatsächlich gelang es Trainer Hans „Schani“ Pesser, sein Team nicht zu viel feiern zu lassen und auf die Meisterschaftsentscheidung gegen die Wiener Austria – ebenfalls im Wiener Stadion – vorzubereiten. Zuvor hatte es in der gesamten Meisterschaft für Admira nur eine einzige Niederlage gegeben: 0:1 gegen den GAK. „Aber nur, weil ich mir in der 7. Minute den Unterarm gebrochen hatte und die Mannschaft wegen des damals noch verbotenen Spielertausches mit nur zehn Mann zu Ende spielen musste“, erinnert sich Verteidiger Michael Breibert.
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Mit großem Selbstbewusstsein liefen die Admiraner dann auch siegessicher auf das Spielfeld des Wiener Stadions zum „Endspiel“ gegen die Austria. Wieder ohne den Fotografen vorher – „wegen des Knofels“ – ein Mannschaftsfoto gestattet zu haben. Und wieder war das Glück – wie schon gegen Rapid – auf der Seite der Jedleseer. Durch Tore von Skerlan, Latzke, Herzog und Szauer führte die Admira bereits überlegen mit 4:1, ehe man die Zügel endgültig schleifen ließ und den Austrianern in der Schlußphase noch zwei Tore zum 4:3 gönnte.

Nach Spielschluss gab es dann kein Halten mehr: Vor allem Torhüter Johann „Schani“ Draxelmayer, der den während der gesamten Saison überragenden „Vuki“ Vukicevic schon gegen Rapid sensationell vertreten hatte, wurde von Fans und Mitspielern euphorisch gefeiert. Und das Mannschaftsfoto – fiel wiederum aus!
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Tatsächlich gibt es nur ein einziges Foto des Meisterkaders:
Johann „Schani“ Draxelmayer, Michael Breibert, Josef „Pepi“ Wahl, Emmerich Sommer, Paul Kozlicek, Walter Stamm, Karl Skerlan, Anton „Burli“ Herzog, Günther „Giggsl“ Kaltenbrunner, Felix Latzke, Hans „Schani“ Szauer“, Werner Bedernik, Gerhard Pinisch, Peter Reiter, Bohumil Hruschka und Vuki Vukucevic mit den Trainern Hans „Schani“ Pesser und Franz Pelikan.
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Als Meister übersiedelte Admira dann in das neue Stadion des Hauptsponsors NEWAG in die Südstadt, wo es seither zwar keine Meisterehren mehr gab, dafür aber im dortige Leistungszentrum zahlreiche spätere Nationalspieler ausgebildet worden sind. Auch heute ist Admira ein erfolgreicher Ausbildungsverein und Spielerlieferant für in- und in der Folge auch ausländische Klubs.