3.000 Sozialwohnungen zur Spekulation freigegeben? – Wohnen-Stadtrat Ludwig bleibt in Deckung…

Zu heftigen Diskussionen geführt hat in der heimischen „gemeinnützigen“ Wohnbaubranche erneut der Verkauf von 3.000 geförderten Sozialwohnungen, der laut nunmehrigem Untersuchungsbericht des Revisionsverbandes der Gemeinnützigen Bauvereinigungen unrechtmäßig zustande gekommen sein könnte. Schon 2003 hatte die „schwarze“ Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) ihre Gemeinnützige Wohnbauvereinigung (WBV–GÖD), der die 3.000 Wohnungen gehören, an einen Privatunternehmer verkauft. Dieser wiederum verkaufte jetzt das „Paket“ an einen Investor. Da die Wohnungen aber mit öffentlichen Fördermittel errichtet wurden, könnte der Magistrat dem neuen Besitzer die Gemeinnützigkeit aberkennen.

Der zuständige Wohnen-Stadtrat Ludwig (SPÖ), dessen MA 50 als zuständige Aufsichtsbehörde jetzt ein Verfahren eingeleitet hat, lässt seinen Sprecher laut „Kurier“ zwar beteuern, für Mieter und ihre bestehenden Verträge würde sich nichts ändern – dies wird von Experten allerdings stark bezweifelt. Mit der im Raum stehenden Aberkennung der Gemeinnützigkeit würde die Stadt Wien dem neuen Inhaber der Wohnbauvereinigung nur einen Gefallen tun und Spekulationen Tür und Tor öffnen.
 
Für WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek, von Bewohnern zweier GÖD-Häuser in Floridsdorf um Unterstützung ersucht, hat die Stadt Wien akuten Handlungsbedarf: „Hier darf Wohnen-Stadtrat Ludwig, der ansonsten bei jeder Gelegenheit den Begriff ‚Leistbares Wohnen‘ auf der Zunge hat, nur weil es gerade unangenehm wird nicht weiter in Deckung bleiben. Vielmehr muss Ludwig umgehend Klartext reden und für Ordnung sorgen. Die Rechte der 3.000 Inhaber der öffentlich geförderten Wohnungen müssen nicht nur zu 100 Prozent geschützt werden, bei Aberkennung der Gemeinnützigkeit für die nunmehr im Eigentum eines Investors stehende Wohnbauvereinigung müsste diesem auch gleich die Rückzahlung der noch offenen Fördergelder vorgeschrieben werden!“