19,1% Steigerung bei Arbeitslosen: Dennoch lassen die Stadt Wien und Wiener Wohnen „auswärts arbeiten“…

Wien, im Jänner 2015: 153.000 Arbeitslose = 19,1% Steigerung gegenüber Jänner 2014. Dennoch lassen die Stadt Wien und Wiener Wohnen „auswärts arbeiten“…

Mit einer neuen Hiobsbotschaft warteten kürzlich die ORF-Informationssendung Wien Heute und die Tagespresse auf. Sie vermeldeten für die Bundeshauptstadt einen neuen „Arbeitslosenrekord“. Gegenüber Jänner 2014 ist die Zahl der Arbeitslosen in Wien um 19,1% (!) auf nunmehr 153.000 gestiegen. Dennoch werden vom Rathaus und „ausgegliederten“ Gesellschaften wie etwa Wiener Wohnen Aufträge in andere Bundesländer vergeben, ohne Wiener Firmen auch nur zu einer Anbotslegung eingeladen zu haben.

Beispiel 1:
Anlässlich seines Amtsantrittes ließ der neue Bezirksvorsteher Papai eine Info-Folder an rund 80.000 Floridsdorfer Postadressen verteilen. Gedruckt wurde der Folder allerdings nicht in einer Floridsdorfer Druckerei, sondern in der Steiermark. „Weil von dort ja beispielsweise die für die Wiener Betriebe vorgeschriebene U-Bahnsteuer oder die anteilige Lohnsummensteuer an die Wiener Finanzkasse überwiesen wird“, meinen dazu sarkastisch die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald und verweisen darauf, dass die an die steirische Firma überwiesenen Druckkosten weit über den Anboten heimischer Druckereien lagen…

Beispiel 2:
Die MA 25 beauftragt mit der Errichtung und Entfernung von Verkehrstafeln nicht etwa eine der vielen Wiener Firmen in dieser Branche,
sondern eine Firma aus Gerasdorf bei Wien mit Niederlassung in Ungarn. Das Resultat: Mit in Ungarn angemeldeten Firmenfahrzeugen und ungarischen Arbeitern werden bei uns die Verkehrszeichen aufgestellt bzw. getauscht oder entfernt.

Beispiel 3:
Wiener Wohnen vergibt Sanierungsaufträge in Gemeindebauten an Wiener Firmen (auch Briefkastenfirmen?), die flugs slowakische Subunternehmer mit der Durchführung beauftragen. Und so sehen sich die Gemeindemieter – etwa bei Fenstereinbauten im Konrad Lötsch-Hof (siehe Foto) – mit slowakischen Arbeitstrupps ohne jede Deutschkenntnisse konfrontiert. Und die Wertschöpfung geht zudem ins Ausland.

WIFF-Resümee: Das ist der von der Wiener Politspitze speziell vor den Wahlen immer öfter strapazierte Wiener „Kampf um jeden Arbeitsplatz“…

Papai-Folder-ganz1-Kopie

 

papai2

Bildtext 1:
Folder des Bezirksvorsteher Papai, gedruckt in der Steiermark

Grubits-2-14 Kopie

Bildtext 2:
Ungarisches Auto und ungarische Arbeiter „aus Gerasdorf“ beim Aufstellen von Verkehrstafeln

Lötsch-Hof-Fenster Kopie

Bildtext 3:
Slowakische Fensterfirma mit slowakischen Firmenfahrzeug mit Sub-Auftrag im Konrad Lötsch-Hof