Am Beispiel Nordrandsiedlung: So werden in Wien gewachsene Siedlungsstrukturen zerstört

Die diversen Novellierungen der dem Floridsdorfer SPÖ-Bezirksparteiobmann und Wohnen-Stadtrat Ludwig zugeordneten Wiener Bauordnung haben den Begehrlichkeiten einzelner Bauträger leider Tür und Tor geöffnet. Was seit wenigen Jahren entlang der Alten Donau praktiziert wird, hat jetzt auch in die Nordrandsiedlung Einzug gehalten. Es werden sogenannte „Einfamilienhäuser“ in Dimensionen errichtet, die keineswegs dem Siedlungscharakter entsprechen. Kein Wunder, dass die gewachsene Bevölkerung immer häufiger kein gutes Haar an der Wiener Stadtpolitik lässt.
Besonders deutlich ist diese unerquickliche Entwicklung an dem derzeit in Bau befindlichen Projekt in der Trisannagasse zu ersehen. Hier (siehe Foto und Fotomontagen) werden inmitten über viele Jahre gewachsener Siedlungsstruktur dem dortigen Charakter völlig widersprechende vier Häuser errichtet. Ganz zu schweigen von der Lärm- und Staubbelastung der Anrainer bei einem derartig umfangreichen Bauvorhaben oder der Belastung der schmalen und für schwere Bau- und Betonfahrzeuge völlig ungeeigneten Gasse. WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek, einst als NÖ-Regierungsmitglied selbst über Jahre für die dortige Landesbauordnung zuständig, fordert die Wiener Rathauspolitiker „aus gegebenem Anlass“ zur Rückbesinnung auf: „Wenn wir weiterhin dazu beitragen, die bauliche Identität beispielsweise in über Jahrzehnten gewachsener Siedlungsstruktur zu zerstören, dürfen wir uns nicht wundern, wenn sich dies letztlich auf die charakterliche Entwicklung auch der Gesellschaft selbst auswirkt“.

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