Am Beispiel „Siemensäcker“: So fördert man Corona-Hotspots…

Eine eher „seltsame“ Auffassung von Arbeitnehmerschutz dürfte bei den Verantwortlichen der Großbaustelle „Siemensäcker“ – „Triangel“ auf dem ehemaligen Siemens-Areal in Floridsdorf vorherrschen. Trotz eindeutiger behördlicher Vorschriften und Strafandrohungen tragen die an den Baustellen tätigen Arbeiter aus „aller Herren Länder“ weder Corona-Schutzmasken, noch wird der zwecks Vermeidung von Ansteckung erforderliche Mindestabstand eingehalten.
„Wen wundert es angesichts solcher Zustände, dass vor allem Personen mit Migrationshintergrund besonders gefährdet sind?“, kritisiert WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek die „gefährliche Untätigkeit von ‚Sozialbau‘ als ‚Hauptbauträger‘ und der vor Ort tätigen Bauunternehmen“ und verweist zugleich auf die Aussagen von Prof. Burghard Gustorff, dem Leiter der Intensivmedizin an der Klinik Ottakring (Wilhelminenspital). Dieser erklärte kürzlich in einem Interview, dass „60 Prozent seiner schwere erkrankten Covid-Patienten Migrationshintergrund aufweisen und mehrheitlich aus Balkanstaaten, Südpolen und der Türkei stammen“.
Angesichts solcher unumstößlicher Fakten fordert Schimanek „zum Schutz von Arbeitern, deren Familien und der Allgemeinheit“ zumindest an Wiens Großbaustellen regelmäßige und vor allem unangekündigte Kontrollen der Behörde sowie empfindliche Strafen für die Verantwortungsträger.