Asbest-Alarm: Ingenieurbüro und Behörde attestieren „Alles in Ordnung!“

Nach wie vor große Aufregung herrscht in den Floridsdorfer Gartensiedlungen neben der Groß-Wohnbaustelle auf dem ehemaligen Siemens-Gelände wegen eines asbestbelasteten mehrstöckigen Abbruchgebäudes. Zwar weist das auch WIFF vorliegende Gutachten eines Zivilingenieurbüros eindeutig Asbestvorkommen aus, nach einer von besorgten Anrainern ausgelösten behördlichen Überprüfung der kürzlich begonnen Abbrucharbeiten bestehe nach Magistratsaussage aber „keine Gefahr für die vor Ort ordnungsgemäß in Schutzanzügen tätigen Arbeiter oder für Anrainer“.

Bürgerinitiative-Sprecher Helmut Sommerer aus der direkt angrenzenden Gartensiedlung „Wolfsgrube“ wundert sich: „Nicht alle dort tätigen Arbeiter der beauftragten Sub-Firma tragen Schutzanzüge, geschweige denn Mund- und Atemschutzmasken. Auch erhebt sich die Frage, warum ‚Innereien‘ des Abbruchobjektes von den Arbeitern unter entsprechender Staubentwicklung im Freien zertrümmert und dann in eigenen, offen gelagerten, Asbestbehältnissen verstaut werden“.
 
Dazu WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek, noch aus seiner Zeit als Redakteur der ORF-Aufdecker-Sendung „Argumente“ durchaus „asbestgeschult“ und von der damaligen Umweltministerin Marilies Flemming sogar mit dem „Konrad-Lorenz-Umweltpreis“ ausgezeichnet, nach einem neuerlichen verdeckten Lokalaugenschein: „Vielleicht sollten die Experten der Wiener Umweltbehörde und des beauftragten Zivilingenieurbüros den Fall angesichts der vorliegenden Fotobeweise doch noch einmal genau unter die Lupe nehmen. Und zwar unangekündigt. Denn in 20 oder 25 Jahren, wenn bei Menschen – wie in der Vergangenheit aus zahlreichen gleichartigen Alt-Fällen weltweit bekannt – durch das frühere Einatmen von Asbeststaub die leider erst spät erkennbaren ersten und zumeist unweigerlich zum qualvollen Tod führenden Spätfolgen in den Lungen erkannt werden, ist es zu spät!“