Asbest-Skandal auf dem Bruckhaufen – Nach Probenahme bestätigt SV-Gutachten: „..laut WHO-Kriterien besonders gesundheitsgefährdend…“

Der von Naturwacht-Chef Tony Rei, WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek und Anrainer Roland Schuldt, bekannt als Liedermacher und Sänger, aufgedeckte Asbest-Skandal im Floridsdorfer Siedlungsgebiet „Bruckhaufen“ zieht weitere Kreise. Nachdem bei einem vom Bauträger „Glorit“ in Auftrag gegebenen Abbruch eines Einfamilienhauses laut vorliegenden Beweisen völlig unsachgemäß und – so Schimanek – „praktisch ohne Rücksicht auf Verluste“ zu Werke gegangen worden war, hatte die in Kenntnis gesetzte MA 22 (Umweltbehörde) zahlreiche Verstöße gegen geltendes Umweltrecht festgestellt. Laut einem Bericht der „Kronenzeitung“ vom 13. Dezember wurde jetzt die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

„Da auch unsere Autos von Abbruchstaub übersät waren, habe ich im Wiener Arsenal bei DI Dr. Robert Linke, einem beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen, eine Staubprobe zur Begutachtung eingereicht, deren Ergebnis eindeutig ist“, so Tony Rei.
 
Laut Gutachten konnten in der Probe „neben großen Faserbündeln, wie sie für Asbestfaserzement üblich sind, …auch zahlreiche Einzelfasern nachgewiesen werden, die aufgrund ihrer Dimension lungengängig sind und laut WHO-Kriterien als besonders gesundheitsgefährdend eingestuft werden“.
 
Für Rei und Schimanek erscheint besonders bedenklich, dass sich der durch den völlig unsachgemäß erfolgten Hausabbruch frei gewordene und laut Gutachten asbestbelastete Staub nicht nur auf geparkten Autos sondern auch auf den benachbarten Grundstücken und Häusern abgelagert hat bzw. vom Wind verbreitet worden ist. Sie fordern künftig vor allem von der MA 37 (Baubehörde) besondere Sorgfalt und detailliertere Auflagen bei der Erteilung von Abbruchgenehmigungen.
 
„Allerdings sollten auch Bauträger, wie in diesem Fall ‚Glorit‘, mehr als nur ein Auge auf die Durchführung der von ihnen beauftragten Arbeiten richten“, fordert WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek, nachdem ‚Glorit‘ im „Fall Bruckhaufen alle Hände in Unschuld wäscht“.
 
Die Verantwortlichen der „AHG Transport & Erdbewegung KG“ aus Wien-Favoriten als Verursacher, Ahmet G. und Sakine G., haben nach Aufdeckung des Skandals erstmals reagiert und die von zwei Autobesitzern geforderte Kostenübernahme für die komplette Reinigung der Lüftungsanlagen Ihrer Fahrzeuge in Höhe von jeweils rund 600.– Euro übernommen.
 
„Unserer Meinung nach wäre jetzt das Wichtigste zu prüfen, ob zielführende medizinische Maßnahmen getroffen werden können, um alle Personen, die mit dem Abbruchstaub in Kontakt gekommen sind, vor etwaigen Spätfolgen zu schützen“, so Schimanek und Rei abschließend.