Aufregung in Groß Jedlersdorf: Privatstiftung „Prosandler“ lässt auf Brünner Straße 116 ein Wohnheim mit insgesamt 50 Heimplätzen errichten – Proteste der Anrainer gegen „geheime“ Bauverhandlung.

Helle Aufregung herrscht derzeit vor allem bei den Anrainern des Grundstückes Brünner Straße 116 in Groß Jedlersdorf. Dort will nämlich die Gemeinnützige Privatstiftung „Prosandler“ als Grundeigentümerin ein sechsgeschossiges Wohnheim mit insgesamt 50 Heimplätzen errichten lassen. Als Projekteinbringerin/Bauwerberin fungiert die „Wohnbauvereinigung für Privatangestellte“. Obwohl die Bauverhandlung bereits am 30. Juni 2017 bei der MA 37 – Baupolizei stattgefunden hat, haben viele direkte Anrainer erst vor kurzem von diesem Projekt erfahren.
„Die Behörde hat zwar in unserem Haus eine diesbezügliche Information aushängen lassen, diese wurde aber offenbar von einem Hausbewohner trotz behördlichem Verbot abgenommen, sodass wir alle bis vor wenigen Tagen von dem Vorhaben überhaupt keine Ahnung hatten“, so eine Bewohnerin des Eigentumswohnhauses Brünner Straße 118 zu WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek. Die betroffenen Anrainer in der Brünner Straße und der Kantnergasse befürchten jetzt einen massiven Wertverlust ihres Eigentums, sollte das Wohnheim dem Namen der Privatstiftung „Prosandler“ entsprechend genutzt werden. – Bezirksrat Hans Jörg Schimanek dazu: „Laut Wiener Bauordnung ist die Behörde nicht verpflichtet, jedem betroffenen Anrainer schriftlich bzw. auch per Einschreiben die Ladung zu einer Bauverhandlung zuzustellen. Es ist lediglich ein Aushang erforderlich, nicht einmal die jeweilige Hausverwaltung muss verständigt werden. Wird der behördliche Aushang von Unbekannten abgenommen, haben die betroffenen Anrainer eben Pech gehabt. Wie das gegenständliche Beispiel zeigt, besteht  für den zuständigen Stadtrat Ludwig (SPÖ) hier offenbar dringender Handlungsbedarf, zumal derartige Bauvorhaben in solchen Lagen unweigerlich einen massiven Eingriff in die Eigentumsrechte der Nachbarn darstellen!“