Aufruhr in Gemeindebauten: „Wir wollen unsere Namensschilder wieder!“

Bei Wiener Wohnen geht es – was die interne Kommunikation betrifft – offenbar drunter und drüber. Während nämlich Wohnbaugenossenschaften – z. b. GESIBA – in ihren Anlagen die zuvor an Stiegeneingängen und in Hausfluren angebracht gewesenen und erst kürzlich unter Hinweis auf eine – nicht vorhandene (!) – ‚EU-Datenschutz-Richtlinie‘ demontierten Namensschilder der Mieter wieder anbringen lassen, werden beispielsweise in den Gemeindebauten der Großfeldsiedlung die Namensschilder weiterhin durch lediglich „Top“-Angaben ersetzt und damit anonymisiert.

In manchen Stiegen wurde die Metalltafeln mit Türnummer- und Namensanhaben mit dem Hinweis auf „Brandschutz“ sogar schon demontiert. Dies trotz der öffentlichen Ankündigung via Medien, man werde die Namensschilder künftig belassen bzw. wieder anbringen.
 
„Kein Wunder, dass viele Bewohner jetzt auf die Barrikaden steigen“, so die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald bei einer gemeinsamen Begehung mit erbosten Bewohnern der Wohnhausanlage Dopschstraße 29 in der Großfeldiedlung. – Abgesehen davon, dass sich Wiener Wohnen auf eine nicht vorhandene EU-Richtlinie gestützt hat, kritisieren die betroffenen Mieter vor allem, dass etwa Polizei, Rettung oder Feuerwehr bei Wohnungseinsätzen durch diese Anonymisierung bei der Suche nach der richtigen Adresse behindert werden.
 
„Auch die Briefträger sind hier auf verlorenem Posten“, so WIFF-Bezirksrat Ossi Turtenwald und kritisiert zudem die „nicht durchschaubare Auslegung von Wiener Wohnen, was den Brandschutz in Stiegenhäusern betrifft. Da werden Metalltafeln mit Namensschildern unter Glas – entgegen den Feststelllungen der Feuerwehr – unter dem Vorwand demontiert, dies werde von der neuen Brandschutzverordnung verlangt. Auf der anderen Seite lässt man aber schwarze Anschlagtafeln aus Holz an den Gangwänden hängen. Und neben den Briefkästen werden von den WW-Hausbetreuern sogar Pappkartons für die Entsorgung der Werbeflut positioniert“.
 
WIFF – Wir für Floridsdorf fordert daher Wohnen Stadträtin Gaal (SPÖ) auf, dringend ein Machtwort zu sprechen und die Verantwortlichen bei Wiener Wohnen zur Ordnung zu rufen.
Fotos: Franz Hödl