Baustelle Siemensstraße: Magistrat leitet Durchzugsverkehr konsenslos über Privatgrundstück – Besitzstörungsklagen drohen.

Weil die Siemensstraße in Fahrtrichtung Leopoldau zwischen der Heinrich von Buol-Gasse und der Josef Brazdovics-Straße für längere Zeit gesperrt ist, werden die Autofahrer mittels Beschilderung  zwingend nach rechts in die Heinrich von Buol-Gasse bzw. nach links auf ein Einkaufs&Gewerbegebiet umgeleitet.

Gleich nach dieser Linkseinfahrt sehen sich die Autofahrer aber mit dem Verkehrszeichen „Sackgasse“ konfrontiert. Zudem ist dieses Grundstück selbst keine öffentliche Verkehrsfläche, sondern Privatbesitz. Nutzbar lediglich für die Besucher der dortigen Tankstelle, der Spar- und Hofer-Filialen und anderen Gewerbebetrieben. Die Durchfahrt alleine ist jedenfalls verboten. – Da viele Verkehrsteilnehmer dieses Privatgrundstück aber – verleitet durch die amtlichen Wegweiser – als idealen Abkürzer in Richtung Richard Neutra-Gasse und Großfeldsiedlung nutzen, will jetzt der Grundeigentümer aktiv werden. Demnächst sollen Kontrollorgane die Kennzeichen der durchfahrenden Fahrzeuge feststellen, deren Besitzer dann mit saftigen Besitzstörungsklagen zu rechnen hätten.
Für WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek eine ganz und gar nicht zufrieden stellende Lösung: „WIFF wird versuchen, einen Konsens zwischen dem Magistrat und dem Grundeigentümer zu erreichen, damit die Durchfahrt bis zum Ende der für Dezember vorgesehenen Bauarbeiten legitimiert wird. Dem Eigentümer den ‚Schwarzen Peter‘ zuzuschieben, wäre hier aber fehl am Platz. Er wurde vom Magistrat über die illegale ‚Umleitung‘ nicht einmal informiert, geschweige denn um eine etwaige Durchfahrtsgenehmigung auf Zeit ersucht, obwohl den dort amtierenden Beamten anlässlich der planenden Ortsverhandlung die Folgen ihrer ‚Umleitung‘ eigentlich hätten klar sein müssen“.