Behördlicher Hausabbruch in Kleingartenanlage: Amtsmissbrauch steht im Raum.

Zum zweiten Mal innerhalb von zehn Jahren hat die Magistratsabteilung 25 ein um einige Meter zu groß gebautes Einfamilienhaus in Ersatzvornahme abgerissen. Am 15. Oktober in den frühen Morgenstunden fuhren Magistratsbeamte, ein Abruchunternehmen, unterstützt von Feuerwehr und Polizei, in einer Kleingartensiedlung in der Floridsdorfer Steinheilgasse 33 auf und vollstreckten einen seit 2012 rechtskräftigen Abbruchbescheid. Was zurück blieb: Ein verzweifeltes Paar mit zwei kleinen Kindern und geschockte Großeltern, die auf dem Nachbargrundstück leben.

„Unbestritten ist, dass dieses Wohnhaus um einige Meter größer als die vorgeschriebene Maximalfläche von 50 m2 errichtet worden ist. Wenn aber seitens der Behörde just dieses Haus für die Ersatzvornahme ausgesucht wurde, obwohl in Floridsdorf in Kleingartenanlagen wegen zu großvolumigerer Ausführung unbehelligt zahlreiche andere Häuser mit deutlich länger zurückliegenden Abbruch- und Ersatzvornahmebescheiden der MA 25 stehen, riecht es bedenklich nach Amtsmissbrauch“, so WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek, der in seiner Meinung auch von dem von den Betroffenen zu Hilfe gerufenen Rechtsanwalt Mag. Alexander Rimser bestärkt wird.
 
Dass eine der Ursachen für den ohne Ankündigung erfolgten Abbruch in einem laufenden Gerichtsstreit zwischen dem „stramm-roten“ Obmann der Kleingartenanlage samt dessen „rathauserfahrenen“ Berater und der betroffenen Familie zu suchen ist, kam am Abbruchtag durch die Aussage eines MA-25-Beamten vor Zeugen klar zutage.
 
„Seltsam ist, dass just in der Siedlung der Abbruchopfer viele weitere konsenswidrig errichtete Häuser stehen. Und seltsamer Fakt ist auch, dass in der Kleingartenanlage Schererstraße in der Großfeldsiedlung mehrere Häuser bereits seit 2004 mit rechtskräftigen Abbruchbescheiden versehen sind, ohne dass es auch nur zu einer einzigen Ersatzvornahme gekommen ist“, übt WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek heftige Kritik am nunmehrigen Vorgehen der Behörde.
 
Auch an Bezirksvorsteher Papai richtet sich Schimaneks Kritik: „Auf die Hilferufe der Familie hat er erst nach mehreren Stunden geantwortet, allerdings laut den Betroffenen lediglich mit den Worten: ‚Da kann ich ja auch nichts machen‘. Dabei wollte die Familie lediglich einen Aufschub erwirken, um ihr Haus räumen und die 50.000 Euro teure neue Heizanlage ausbauen zu können. Aber Papai sind offenbar völlig erfolglose ‚Würstelstand-Sprechstunden‘ ohne Publikum wichtiger als die Probleme von verzweifelten Bezirksbewohnern!“, so der WIFF-Politiker abschließend und verspricht: „Wir werden der Sache genau auf den Grund gehen und auch den speziell im ‚Fall Schererstraße‘ involvierten nunmehrigen Bürgermeister Ludwig vor den Vorhang holen!“