Beispielloser Umweltskandal unter den Augen der Behörde: Seit Jahrzehnten liegen alte Ölfässer in der Alten Donau

Spätestens seit einem Jahr weiß man bei der MA 45 (Ressort Umweltstadträtin Ulli Sima) Bescheid, dass auf dem Grund der Alten Donau mehr als fünfhundert alte Ölfässer liegen. Doch geschehen ist bisher nichts! Die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald fordern daher die verantwortliche Umweltstadträtin Ulli Sima dringend auf, umgehend die Bergung dieser Fässer zu veranlassen: „Die Alte Donau ist immerhin für viele Wienerinnen und Wiener ein beliebtes Bade- und Erholungsgebiet!“

 „Explodiert“ ist dieser beispiellose Skandal am 5. Mai, dem letzten Tag der von Stadträtin Sima ausgerufenen Aktion „Wien räumt auf – mach mit“. An diesem Tag hatten sich über Initiative der Österreichischen Fischereigesellschaft rund 200 freiwillige Helfer, darunter auch eine Gruppe von Tauchern, an der Alten Donau eingefunden, um auf dem Wasser allerlei Gerümpel zu bergen. „Selbstverständlich haben wir unsere Aktion bei der MA 48 angemeldet und auch die MA 45, die für die Gewässeraufsicht zuständig ist, per mail informiert“, so Alexander Hanisch, seines Zeichens Gewässerwart der Österreichischen Fischereigesellschaft, zu WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek.
Ölfässer-1 Kopie
Binnen kürzester Zeit hatten die Freiwilligen an diesem Tag rund 100 alte Ölfässer aus dem Wasser geborgen. Da sich jedoch in zahlreichen dieser Fässer noch Ölreste befanden und sich an den Bergestellen an der Wasseroberfläche auch kleine Ölflecke gebildet hatten, verständigte Gewässerwart Hanisch zur Sicherheit die Feuerwehr. Die wiederum verständigte die MA 45 (Gewässeraufsicht) und letztlich schaltete einer der eingelangten Magistratsbeamten die Polizei ein.
Nicht ohne sich vorher vor zahlreichen Zeugen als völlig uninformiert über die wienweite Reinigungsaktion seiner Ressortchefin gezeigt zu haben.
Der Beamte Andreas L. zur Gewässerwart Hanisch: „Ihre ganze Aktion ist illegal, die Aktion Wien räumt auf hat noch gar nicht begonnen“. Und das am letzten Tag der bereits seit 22. April im Gang befindlichen Säuberungsaktion…
In der Folge wurde die weitere Bergung der Fässer durch die freiwilligen Helfer  behördlich eingestellt und der staunende Gewässerwart Hanisch von einem ebenfalls herbeigeeilten Polizeijuristen informiert, dass gegen ihn Anzeige nach § 180 Strafgesetzbuch (Vorsätzliche Umweltverschmutzung..) erstattet werde. Überdies, so der Polizeijurist, müsse Hanisch sofort zur Einvernahme auf die Polizeiinspektion mitkommen. Erst als sich Hanisch verbal gegen diese Vorgangsweise zur Wehr setzte und seine Argumente dargelegt hatte, setzte sich der Polizeijurist mit einem Kollegen in der Polizeiinspektion zum „Gedankenaustausch“ in Verbindung – danach durfte Hanisch am „Tatort“ bleiben. „Aber die Anzeige wird erfolgen und alle freiwilligen Helfer müssen dann ebenfalls zur Einvernahme“.
Ölfässer-2 Kopie
Den Vogel schoss aber doch Andreas L. von der MA 45 ab: Er teilte Hanisch und den den staunenden Freiwilligen mit, dass die Österreichische Fischereigesellschaft laut Gesetz Abfalleigentümer sei und daher für den gesamten Feuerwehr- und Polizeieinsatz zur Kassa gebeten werde.
Alexander Hanisch will jetzt die ganze Angelegenheit ein für allemal geklärt wissen. „Immerhin haben wir ja vor rund einem Jahr gemeinsam mit der MA 45 auf der Alten Donau eine Besichtigungsfahrt gemacht. Dabei habe ich jene Stellen gezeigt, wo am Grund die im Laufe der letzten Jahrzehnte illegal versenkten Ölfässer liegen und teilweise sogar vom Boot aus sichtbar waren. Auch darüber, dass seit Jahren immer wieder Ölflecke an der Wasseroberfläche zu beobachten sind, die wohl von zusammengerosteten Fässern stammen, habe ich die MA 45 informiert. Geschehen ist aber seither nichts!“
„Diese unfassbare Untätigkeit der Behörde ist wohl der eigentliche Skandal im Sima-Ressort. Und das muss Konsequenzen haben!“, so  Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald. Zudem müsse man auch alles daran setzen, die Verursacher dieses Umweltskandals – auch wenn die illegale Versenkung der Fässer schon Jahre her ist – ausfindig zu machen. WIFF-Recherchen haben nämlich ergeben, dass diese Fässer von den im Wasser liegenden Bootsstegen stammen.
Ölfässer-3 Kopie
WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek: „Damals konnte man leere Ölfässer, in denen sich aber – wie man jetzt sieht – zumeist noch Ölreste befanden, um zehn Schilling an fast jeder Tankstelle bzw. bei vielen Kfz-Werkstätte kaufen. Diese Fässer wurden dann von Bootsvermietungen, Segelschulen und Privaten als Schwimmer für ihre Bootsstege verwendet. Wurden die Fässer rostig, bohrte man einfach Löcher in die Fässer, ließ sie mit Wasser volllaufen und versenkte sie so im Wasser“.
„Hier darf kein Tag zugewartet werden. Die Fässer müssen raus aus der Alten Donau, einem der beliebtesten Bade- und Erholungsparadiese der Wiener Bevölkerung!“, fordern Schimanek und Turtenwald die verantwortliche Umweltstadträtin Sima auf.
Ölfässer-4 Kopie Ölfässer-5 Kopie Ölfässer-6 Kopie Ölfässer-7 Kopie