Bhf. Jedlersdorf: Mit laufenden Motoren „geparkte“ Dieselloks quälen die Anrainer

„Als wir uns für den Erwerb unserer Genossenschaftswohnungen entschieden haben, waren wir uns einer gewissen Lärmentwicklung durch den benachbarten ÖBB-Bahnhof „Jedlersdorf“ in der Koloniestraße durchaus bewusst. Dass die ÖBB-Mitarbeiter aber regelmäßig schwere Güterzug-Loks oft bis zu sechs Stunden und länger mit laufenden Dieselaggregaten direkt vor unseren Wohnungsfenstern ‚parken‘ und damit Lärm und Dieselgestank verursachen, wollen wir nicht länger hinnehmen!“, ärgern sich die Bewohner der Wohnhausanlage in der Ottilie Bondy-Promenade (ehemalige Roigk-Gründe).
 

Anlässlich eines Lokalaugenscheines konnte sich WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek überzeugen, dass die Schilderungen der Betroffenen keineswegs übertrieben sind: „Ich war kaum zum Treffen mit Anrainer-Sprecherin Ewa F. auf dem Bahnhof eingelangt, rollte schon eine schwere Diesellok bis direkt vor die Wohnungsfenster des unmittelbar benachbarten Genossenschaftsblocks. Der Lokführer verließ sein mit lautstark und abgagsintensiv laufenden Dieselmotoren abgestelltes Gefährt und verschwand in einem nahe gelegenen Betriebsgebäude. Als ich den Bahnhof nach etwa einer Stunde verließ, stand die Diesellok nach wie vor lärmend und stinkend an Ort und Stelle“.
 
Seitens der ÖBB wird darauf verwiesen, man müsse die Dieselaggregate eben aufwärmen, überdies sei die Beschaffung von umweltfreundlichen Zugmaschinen bereits im Gang. „Eine ganz und gar inakzeptable Ausrede“, ist Schimanek überzeugt. „Man könnte die Loks ja ohne jede Anrainerbelästigung nur 500 bis 1000 Meter vom Bahnhofsgelände entfernt auf den dort weitläufigen Gleisanlagen zum Aufwärmen abstellen. Aber vielleicht gibt es dort kein passendes Betriebsgebäude zum Aufwärmen für die Lokführer“…
 
Laut Tageszeitung „Österreich“ will jetzt der freiheitliche Landesparteiobmann Dominik Nepp in seiner Stadtrat-Funktion für die betroffenen Bewohner tätig werden.