Bürgerversammlung im voll besetzten Haus der Begegnung Großfedsiedlung: Nordrandsiedler wehren sich gegen Spekulationsverbauung

Schimanek (WIFF): „Siedlungscharakter muss erhalten bleiben!“

 Bis auf den letzten Platz gefüllt war am 21. Jänner um 16 Uhr das Haus der Begegnung in der Großfeldsiedlung, garantierte doch das Thema des Nachmittags absolute „Sprengkraft“: „Nein zu weiterer Bodenspekulation und vernunftwidriger Dicht- und Hochverbauung in der Nordrandsiedlung“. Obwohl es „nur“ um die Nordrandsiedlung ging, konnte der überzeugend und oftmals auch sehr emotional durch den Abend führende KGV-Obmann Gottfried Krause auch zahlreiche Obleute von Garten- und Siedlungsvereinen aus anderen Bezirken sowie aus Nieder- und Oberösterreich begrüßen.

Nach Krauses Einführung und Präsentation diverser baulicher Grauslichkeiten jüngsten Datums, die auch für die nahe Zukunft Böses erahnen lassen, kamen auch Vertreter der – mit Ausnahme der FPÖ – vollzählig erschienenen – politischen Fraktionen im Bezirksparlament (SPÖ, Grüne, ÖVP und WIFF – Wir für Floridsdorf) zu Wort, ehe viele Betroffene selbst das Mikrofon ergriffen und bei der Beurteilung der derzeitigen Geschehnisse in ihrer seit Jahrzehnten beschaulich gewachsenen Siedlung aus ihren Herzen keine Mördergruben machten.

Aus zwei mach' vier – dort, wo vernünftiger Weise auf einem Grundstück maximal zwei Häuser sinnvoll und nachbarverträglich stehen sollten, werden derzeit gleich vier "Häuser im Grünen" aus dem Boden gestampft. Schauplatz: U. a die Trisannagasse/Nordrandsiedlung.

Aus zwei mach‘ vier – dort, wo vernünftiger Weise auf einem Grundstück maximal zwei Häuser sinnvoll und nachbarverträglich stehen sollten, werden derzeit gleich vier „Häuser im Grünen“ aus dem Boden gestampft. Schauplatz: U. a die Trisannagasse/Nordrandsiedlung.

„Ursache des Bürgerzorns und leider traurige Tatsache ist, dass Grundstückspekulanten seit einiger Zeit – nicht nur in der Nordrandsiedlung – von Eigentümern bzw. von der Gemeinde Wien Grundflächen ankaufen und dort unter exzessiver Nutzung der Wiener Bauordnung und Flächenwidmung ‚auf Teufel komm‘ raus‘ sogenannte Einfamilienhäuser auf engstem Raum hinpflastern. Was für die g’standenen Nordrandsiedler nicht nur eine deutliche Verminderung der Lebensqualität, sondern auch einen Wertverlust der eigenen Grundstücke und Häuser bedeutet“, kritisiert WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek.
„Man kann den Spekulanten keinen Vorwurf machen. Sie nützen die ihnen seitens Politik und Behörde auf dem Silberteller präsentierten Möglichkeiten der Flächenwidmung und Bauordnung voll und ganz aus. Verantwortlich zu machen ist die regierende Rathauskoalition und hier speziell der für die Wiener Bauordnung zuständige Stadtrat Ludwig (SP), selbst ein Siedlungsbewohner in Strebersdorf. Denn mit einer kleinen Novelle der Bauordnung könnte man das Problem zumindest vorerst rasch in den Griff bekommen und hätte danach Zeit, auch mit einer Änderung der Flächenwidmung derartige Bausünden ein für allemal zu verhindern“, so der WIFF-Bezirkspolitiker vor vollem Saal.
Er kritisierte auch, dass der zuständige Stadtrat sich nicht selbst dem Bürgerforum stellte, sondern Bezirksvorsteher Papai (SP) agieren ließ. „Erinnert sehr an Kanzler Kreisky, der einst – auf den damaligen Nationalrat und späteren Bundespräsidenten Fischer gemünzt – launig sagte: ‚Immer wenn es um eine wichtige Entscheidung ging, war der Heinzi am Klo’…“. Und weiter an die Adressen des verantwortlichen Stadtrates Ludwig und des Magistrats: „Wie sollen die betroffenen Siedler zum Beispiel verstehen, dass in der heutigen Zeit der Vollmotorisierung die Errichtung von Carports in Vorgärten u. a. auch aus Ortsbildgründen verboten (im benachbarten NÖ durchaus erlaubt, Anm.), aber ‚Einfamilienmonster‘ inmitten eines gewachsenen Siedlungsgebietes wie etwa der Nordrandsiedlung erlaubt sind?“

Unverständnis aus dem Publikum erntete BV Papai mit seiner Replik auf Schimaneks Forderung nach einer kurzfristigen Novellierung der Wiener Bauordnung. „Dies sei nicht Sache des Bezirkes, sondern würde in die Kompetenz des Gemeinderates fallen“, so Papai. Dazu der WIFF-Politiker im Einvernehmen mit den meisten Anwesenden: „Natürlich wird eine Bauordnungsnovelle im Gemeinderat beschlossen, aber von der Bezirkspolitik muss man man doch immerhin erwarten dürfen, dass zwecks Verhinderung weiterer, später nicht wieder gut zu machender, Bausünden diese im Interesse der Siedler dringend notwendige Maßnahme den Herrschaften im Wiener Rathaus als unabdingbare Forderung des Bezirks dringend an deren Politikerherz gelegt wird. Und kontrolliert wird, ob die vom Volk gewählten Mandatare dem Volkswillen auch raschest entsprechen! „

Unverständnis erntete BV Papai mit seiner Replik auf Schimaneks Forderung nach einer kurzfristigen Novellierung der Wiener Bauordnung. „Dies sei nicht Sache des Bezirkes, sondern würde in die Kompetenz des Gemeinderates fallen“, so Papai. Dazu der WIFF-Politiker im Einvernehmen mit den meisten Anwesenden: „Natürlich wird eine Bauordnungsnovelle im Gemeinderat beschlossen, aber von der Bezirkspolitik muss man man doch immerhin erwarten dürfen, dass zwecks Verhinderung weiterer, später nicht wieder gut zu machender, Bausünden diese im Interesse der Siedler dringend notwendige Maßnahme den Herrschaften im Wiener Rathaus als unabdingbare Forderung des Bezirks dringend an deren Politikerherz gelegt wird. Und kontrolliert wird, ob die vom Volk gewählten Mandatare dem Volkswillen auch raschest entsprechen! „
Letztlich doch positives Resumee des Abends: Angesichts der massiven Kritik und des deutlich zum Ausdruck gekommenen Bürgerwillens sagte BV Papai Siedlerobmann Krause  weitere Gespräche und die Unterstützung der präsentierten Bürgeranliegen zu.