Conrad Lötsch Hof mitten im Winter: Nach Sperre der Gaszufuhr jetzt auch kein Wasser

Conrad Lötsch Hof mitten im Winter: Nach Sperre der Gaszufuhr jetzt auch kein Wasser. WIFF: „Wiener Wohnen und MA 31 bürgerfeindlich!“.

Im November des Vorjahres, bei äußerst niedrigen Temperaturen, war den Mietern des Conrad Lötsch-Hofes beim Schlingermarkt fast drei Tage lang die Gaszufuhr – und damit Warmwasser und Heizung – abgesperrt worden. „Wegen der wiederkehrenden Überprüfung der Gasleitungen!“, wie es hieß. – Jetzt – knapp drei Monate danach – wird die Wasserzufuhr abgesperrt. Begründung: „Die übliche Überprüfung der Leitungen“. – Kein Wunder, dass bei Bewohnern und den rund 20 Geschäftsleuten, die in den Ladenzeilen des Gemeindebaues eingemietet sind, die Verärgerung groß ist. Viele von ihnen haben sich an WIFF – Wir für Floridsdorf gewandt, um auf die – wie sie sagen – „skandalösen Praktiken des Magistrats unter den Augen des Hauseigentümers Wiener Wohnen aufmerksam zu machen“.

Tatsächlich erscheint es unakzeptabel, dass die Vertreter von Wiener Wohnen ihre Mieter – und damit Kunden – derart im Regen stehen lassen. Immerhin liegt es ja wohl am Eigentümer der Gemeindebauten, nämlich Wiener Wohnen und damit der Gemeinde Wien, die Interessen der Mieter zu wahren. „Routinemäßige Überprüfungen von Gas- oder Wasserleitungen dürfen ausschließlich außerhalb der Heizperiode erfolgen. Und die für kommenden Mittwoch zwischen 8 und 14 Uhr vorgesehene Sperre der Wasserzufuhr könnte – wenn überhaupt jetzt notwendig – durchaus auch während der Nacht- oder frühen Morgenstunden erfolgen. Immerhin benötigen ja viele Geschäftslokale und vor allem die Betreuerinnen einiger in der Anlage wohnender pflegebedürftiger Senioren schon am Vormittag dringend ausreichende Warmwasserversorgung“, so die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald. „Wir fordern Wiener Wohnen-Stadtrat Ludwig, der ja immerhin auch der Floridsdorfer SP-Bezirksparteiobmann ist, dringend auf, hier nach dem Rechten zu sehen und die Interessen seiner Mieter zu vertreten. Was uns von WIFF bei der Absperrung der Gaszufuhr im Vorjahr gelungen ist, müsste doch für einen Stadtrat noch viel leichter zu erreichen sein!“

Wie berichtet, hatten die Betroffenen damals „dank der Aktivitäten von WIFF – Wir für Floridsdorf “ (Aussage mehrerer Geschäftsleute) die Zusage erhalten, dass künftige wiederkehrende Überprüfungen der Gasleitungen nicht während der kalten Jahreszeit erfolgen würden. Darüber hinaus wurden während der Gasabsperrung auch strombetriebene Heizgeräte zur Verfügung gestellt.

„Diese wenn auch sehr spät erfolgte Vorgangsweise sollten sich die Herren der MA 31 zum Vorbild nehmen. Sie müssen von Ludwig in seiner Funktion als Eigentümervertreter umgehend von ihrem ‚hohen Roß‘ heruntergeholt werden. Allein die Aussage eines Mitarbeiters, man müsse die Bewohner erst 24 Stunden vor der vorgesehenen Absperrung durch Aushang in den einzelnen Stiegen informieren, erscheint mehr als überprüfenswert“, so der Bezirkspolitiker Hans Jörg Schimanek.

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Bildtext: Friseur Michael Müllner muss sein Geschäft während der Wasserabsperrung schließen. „Wir werden unsere Kunden mit einem Shuttledienst in unsere Filiale in der Rußbergstraße und wieder retour führen“, so Müllner.