Corona: Bauwirtschaft contra Bundesregierung – Bauarbeiter verweigern Schutzmasken – WIFF-Forderung: „Regelmäßige Schnelltests statt Maskenpflicht am Bau!“

Weil laut 4. Covid-19-Notschutzverordnung der Bundesregierung das Tragen von FFP-2-Masken auch auf Baustellen verpflichtend ist, hat die Gewerkschaft jüngst mit Protestmaßnahmen gedroht. „Irgendwie verständlich, ist doch Langzeit-Schwerstarbeit mit Gesichtsmaske niemand zuzumuten“, so die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald nach einem Lokalaugenschein auf der Floridsdorfer Großbaustelle „Siemensäcker“.

Dort wird diese Notverordnung der Bundesregierung jedenfalls in keiner Weise eingehalten (siehe Fotos / die Arbeiter tragen keine Masken, es wurden von uns lediglich Gesichter unkenntlich gemacht). Und Fakt ist auch, dass an dieser und den meisten anderen Großbaustellen mehrheitlich Gastarbeiter bzw. Arbeiter mit Migrationshintergrund tätig sind.
 
„Wenn man aber bedenkt, dass beispielsweise im Wilhelminenspital laut Arztaussagen oft mehr als zwei Drittel der Covid-Schwersterkrankten Migrationshintergrund aufweisen bzw. u. a. aus Balkanstaaten stammen, sieht die Sache gleich ganz anders aus“, sind die beiden Bezirkspolitiker überzeugt.
 
Ihre Forderung: „Wenn Schwerstarbeit mit FFP-2-Masken nicht zielführend ist, dann sollten sich die Verantwortlichen zumindest darauf einigen, die Arbeiter im Interesse der Allgemeinheit beim Betreten der Baustelle regelmäßigen Schnelltests zu unterziehen. Covid-positive Personen könnten umgehend in Quarantäne geschickt werden. Der personelle Ausfall könnte dann aus den Reihen der zahlreich arbeitslos gemeldeten Bauarbeiter auch kurzfristig leicht ersetzt werden“.
– Fotos: Helmut Sommerer.