Corona-Lockdown: Blumenhandel vor dem „Aus“ – WIFF: „Fehlentscheidung der Regierung macht ganze Branche kaputt!“

Während die heimischen Blumengeschäfte geschlossen bleiben müssen und lediglich ein Abhol- und Lieferservice anbieten dürfen, nutzen die großen Lebensmittel-Supermarktketten die Gelegenheit, um ihren Kunden in großem Stil Blumen und Pflanzen anzubieten.
„Eine Ungleichbehandlung sondergleichen. Im Vorjahr hat man uns bereits das Ostergeschäft, Advent und Silvester kaputt gemacht und zum Valentinstag, eine unserer umsatzstärksten Zeiten, machen wieder die Großkonzerne auf unsere Kosten das Geschäft. Denn Blumenkäufer wollen sich ihre Ware im Geschäft aussuchen und nicht zwischen Tür und Angel bedient werden“, üben Gerhard Petrides sen. und jun. von „Blumen Regina“ heftige Kritik. Vater und Sohn betreiben in Floridsdorf vier Blumengeschäfte und haben bis zu 25 Beschäftige.
„Wir müssen unsere Ware für die diversen Anlässe ja Monate zuvor bestellen, in den letzten Monaten haben wir Blumen um mehrere hunderttausend Euro vernichten müssen, während sich bei Merkur, Billa, Spar usw. auch unsere Kunden tummeln und die Kassen klingeln lassen“, so Petrides Sen. im Gespräch mit WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek und legt die Karten auf den Tisch: „Hätten wir nicht mit unserer Gartengestaltung etc. ein weiteres wirtschaftliches Standbein, wären die Rollbalken unserer Geschäfte längst für immer herunten. Aber wie kommen wir dazu, mit den Gewinnen aus der Gartengestaltung die hohen Verluste in unseren vier Blumengeschäften auszugleichen?“
Neben dem Blumenhandel geht aber auch für andere Branchen wegen der Fehlentscheidungen der Regierung der Weg immer mehr in Richtung Insolvenz. Während nämlich die Supermarktketten ihr Sortiment etwa an Geschenkartikel oder Papierwaren massiv erweitert haben und sich die Kunden an den Regalen drängen, müssen die kleinen Fachgeschäfte, wo der vorgeschriebene Abstand und die Anzahl der im Geschäft anwesenden Kunden – ebenso wie in Blumenläden – tatsächlich kontrolliert werden könnte, geschlossen bleiben. „Hier erhebt sich die Frage, wann die mit den Zwangsbeiträgen der Wirtschaftstreibenden hoch dotierten Wirtschaftskammerfunktionäre endlich aus ihren Tauchstationen erscheinen. Sie hätten die absolute Pflicht, den mittlerweile offenkundig überforderten Herrschaften Kurz&Anschober sowie deren realitätsfernen Beratern den ‚richtigen Weg‘ zu weisen. Allen voran der Wiener WIKA-Präsident Ruck, der sich seine Arbeit ja ohnehin mit sage und schreibe sieben (!) Vizepräsidenten teilt“, so Bezirksrat Hans Jörg Schimanek (WIFF) abschließend. – Fotos: Franz Hödl.