Damoklesschwert über der Alten Donau: Klimawandel und Verbauung des Donaufelds, sprich viele zusätzliche Badegäste, könnten das Gewässer künftig kippen lassen.

Die jüngste Hitzewelle hat bisher tagtäglich den Beweis erbracht: Die Alte Donau, eines der ältesten Badeparadiese der Wienerinnen und Wiener, ist höchst gefährdet. Wassertemperaturen bis zu 28 Grad haben u. a. eine schier explosionsartige Vermehrung der Wasserpflanzen zur Folge, was wiederum zur Verrottung von immer mehr organischem Material führt.
 

„Dadurch entsteht Methan, das in die Atmosphäre gelangt und den Treibhauseffekt rund 28mal mehr anheizt als etwa Kohlendioxyd“, so Klimaforscher, die derzeit in einem Öko-Projekt in Österreich, Südtirol und Trentino den Methanausstoß von 40 Seen untersuchen.
 
„Die Alte Donau ist durch diese Klimaentwicklung und durch Managementfehler der Behörden (u. a. seit Jahren trotz Warnung viel zu spät gestartete Tiefenmähungen, die trotz lautstarker gegenteiliger Jubelmeldungen aus dem Wiener Umweltressort /Stadträtin Sima/SPÖ/ nach wie vor nicht abgeschlossen sind – siehe WIFF-Beweisfotos) in der Wasserqualität höchst gefährdet, ja sogar vom sogenannten ‚Umfallen‘ bedroht“, so WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek.
 
Dazu kommt auch, dass viele Badebereiche von einem deutlich sichtbaren fettigen Film überzogen sind, der von den Sonnenschutzmitteln der Badegäste stammt. Zugleich verweist der Bezirkspolitiker auf die Gefahren, die durch eine weitere Verbauung etwa an der Oberen Alten Donau und des Donaufelds bis zur Donaufelder Straße und Dückegasse drohen.
 
„Tausende neue Bewohner bedeuten künftig zugleich auch zahlreiche neue Badegäste – solche zusätzlichen Belastungen wird die Alte Donau letztlich wohl kaum verkraften können“, fürchtet Schimanek und fordert von Umweltstadträtin Sima statt dem bisherigen alljährlichen ‚Stückwerk‘ endlich ein fundiertes, zukunftsbezogenes Entwicklungskonzept samt Umsetzung für die gesamte Alte Donau.
Beweisfotos (Helmut S.) stammen aus der 2. Augustwoche.