Das „Märchen vom pulsierenden Geschäftsleben“ im Floridsdorfer Bezirkszentrum…

„Wer heutzutage offenen Auges durch das Bezirkszentrum schlendert und sich möglicherweise auch noch an die Geschäftswelt vor zwanzig, dreißig Jahren erinnert, dem ist eine gewisse Art von Masochismus nicht abzusprechen!“, mit diesen sehr direkten Worten tat kürzlich ein junger Floridsdorfer Gastronom seinen Unmut über den nicht wegzuleugnenden Niedergang dieser Gegend kund. Wie man da – wie der Herr Bezirksvorsteher Papai in der jüngsten Ausgabe der SP-Parteipostille „Wiener Bezirksblatt“ – von pulsierendem Geschäftsleben reden könne, grenze geradezu an Realitätsverweigerung.

 
„Man sollte den Bezirk nicht schlechtreden, aber die traurigen Tatsachen sprechen leider für sich!“, üben auch die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald Kritik an „Realitätsverweigerer“ Papi (SPÖ). Sie verweisen auf den völlig abhanden gekommenen Branchenmix – so etwa findet man im Bezirkszentrum auf engstem Raum bereits mehr als dreißig Friseurgeschäfte.
 
„Dort wird in vielen Fällen im wahrsten Sinne des Wortes illegal gearbeitet – direkt an der Steuer und Krankenkasse vorbei. Doch Kontrollen durch Finanzpolizei, Krankenkasse und AMS erfolgen wegen Personalmangel leider nur sporadisch. Kein Wunder, dass hier mit Dumpingpreisen gearbeitet wird und damit seriöse, Steuer und Krankenkassa zahlende heimische Friseurbetriebe langsam aber sicher zum Aufhören gezwungen werden“, so Schimanek, der zugleich auf die immer zahlreicher werdenden Handy-Shops verweist. Für Bezirksvorsteher Papai haben die beiden WIFF-Bezirksräte jedenfalls einen Ratschlag: „Machen aus Sie einmal einen Spaziergang durch unser Bezirkszentrum und zählen Sie die Betriebe, die noch in rein heimischer Hand sind. Und stellen Sie sich die Frage, welcher Politik wir diese Zustände – nicht nur in Floridsdorf – zu ‚verdanken‘ haben.