Die heutige Zeit

Wir leben heute in einer Zeit in der die Geschäftshäuser, Hotels und die Wohntürme höher sind als die Türme der Kirchen. Früher war das  höchste Gebäude einer Stadt oder eines Dorfes die Kirche; zu ihr konnte man aufblicken. Heute überragen die Finanzen und Geschäfte alles Gottgeweihte und diese Entwicklung sieht man auch an den vielen Bauwerken, die gegen Himmel streben. Die Wichtigkeiten haben sich deutlich von den moralischen Werten zu den materiellen Werten verschoben. Der Geist  kommt jetzt nicht mehr von Gott von oben, sondern vom Internet von unten.

Wir leben heute in einer Zeit in der es toll ist, je lauter und auffallender man sich benimmt. Wenn man auf der Straße geht, sieht man immer öfter laut redende Menschen, manchmal wild gestikulierend, schnell dahin eilend, wie von einer unsichtbaren Kraft angetrieben oder so langsam dahin schlendernd, wie ohne Ziel und Plan, zerstreut um sich schauend, wie nach etwas suchend. Es gibt fast keine Menschen mehr die ein ruhiges, angenehmes Gangtempo haben. Wir haben sie verloren, Menschen die einen festen Schritt haben, die aufrecht gehen und mit einem offenen Blick schauen. Wir haben verlernt das richtige Tempo im Leben zu halten und das sieht man ganz deutlich am heutigen Straßenbild. Es ist heute um ein vielfaches lauter und hektischer auf der Straße geworden. Es ist die ganze Zeit Jahrmarkt. Jeder preist sich selbst und seine Ware lautstark an. Wir haben verlernt ruhig und besonnen, rücksichtsvoll zu sein. Ich komme noch aus einer Zeit in der in der Öffentlichkeit kein lautes Wort gefallen ist, man hätte sich geniert.  Wenn geschrien wurde, dann nur wenn ein Verbrechen geschah, und das war nicht sehr oft.

Ein Beitrag von Silvia Rosa Heiss

In den öffentlichen Verkehrsmitteln wird endlos lange mit lauter Stimme mit dem Handy telefoniert. Ich frage mich immer, was der andere, unsichtbare Gesprächspartner sich denkt, wenn er gar nicht zu Wort kommt. Man hört keine Dialoge, sondern nur ellenlange Monologe. Sehr höflich ist das nicht.  Ich warte darauf endlich einen Telefonierer zu sehen, der das Handy am Ohr hat und lange Zeit gar nichts sagt, das ist dann einmal die andere Seite des Monologsprechers. Der stille Zuhörer, der muss ja auch irgendwo sein. Es können ja nicht nur die aktiven Sprecher existieren. Bis jetzt habe ich diesen noch nicht gesehen. Es gibt nur endlos langes Gerede, vielleicht weil das Telefonieren nicht viel kostet, weil einem fad ist, weil man dadurch wichtiger wird, weil es modern ist und sofort. Viele Gründe für eine Unart.

Für alle die durch die Nähe, in Bahn, Bus oder auf öffentlichen Plätzen zuhören müssen, ist es oft störend und eine unliebsame Beteiligung am Leben anderer. Mich interessiert es absolut nicht, welche Probleme, Freunde oder Ansichten der Fremde neben mir hat.  Man ist gezwungen zuzuhören und Zwang bedeutet immer ein schlechtes Gefühl. Aus dem vielen unnützen Gerede heraus kommt auch der Verfall unserer Sprache. Früher war das Wort noch etwas wert, es wurde genau ausgewählt und richtig eingesetzt. Es wurde gehütet und geschätzt,wie etwas ganz kostbares. Heute wird es vergeudet, ausgelaugt und verzerrt. Es ist nichts mehr wert. Es hat die ganze Kraft und den Glanz verloren.

Es gibt eine neue Art des Sprechens und des Schreibens, ungehobelt, frech und peinlich. Je bizzarer, unrhythmischer und grober ein Text ist, als umso moderner gilt er. Wir haben unsere Feinfühligkeit verloren, unseren Witz und unseren Charme. Wir haben unsere großen Schriftsteller verloren, in den vergangenen Jahrhunderten.

Die großen Menschen, die Erfahrung, Wissen und die Schlauheit von großen Geistern haben, werden immer weniger. Menschen, die ein öffentliches Gewissen sind, die eine Meinung haben und diese auch vertreten können, die sich aus jahrelanger Arbeit Achtung und Respekt erworben haben. Diese Granden der Kultur- und Geisteswelt sterben aus. Es  sind immer mehr Lichter die verlöschen und es  wird immer finsterer auf unserem Planeten. Kein Wunder, das die reichen Leute dieser Welt verstärkt nach anderen bewohnbaren Planeten Ausschau halten. Hier bei uns wird es Nacht.

Im Namen Gottes werden blutige Kriege geführt, dabei geht es doch nur um Macht, Geld und Einfluß. Milliarden Dollar fließen in die Rüstungsindustrie;und keine Seite bei diesem windschiefen Handel ist besser wie die andere. In der Öffentlichkeit werden Abkommen und Vereinbarungen abgeschlossen, zum Schein und zur Beruhigung für die Bevölkerung, dass noch alles in festen Bahnen läuft. In Wahrheit wird hinter verschlossen Türen, eine andere Sprache gesprochen und manchmal kommt davon etwas ans Tageslicht, das sind dann die großen Skandale. Dabei ist es nur die Wahrheit in diesem Geschäft voller Lügen und Betrug. Kein Land,  kein Staat und kein Kontinent ist davon ausgenommen. Es brennt an jeder Ecke dieser Erde und gezündelt wird von jeder Seite. Es gibt kein Gut  und Böse mehr. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich dieses Feuer zu einem Flächenbrand ausweitet und ob die „Großen und Wichtigen“ dann einen Zufluchtsort haben wird sich herausstellen.

Mir fehlt das Gewissen eines großen Geistes, mir fehlt die warnende Stimme einer Persönlichkeit, mir fehlt das klug ausgesprochene Wort einer großen Kraft, die in dieses immer stärker werdenden Kreisels des Chaos, Klarheit bringt und eine Richtung vorgibt, um hier als Mensch, im wahren Sinn der Humanität bestehen zu können.

Es fehlt die Zeit, der Raum und die Kraft um  in dieser Spaß- und Freizeitwelt, wo es nur mehr darum geht, mehr Lustgewinn zu haben, klar und menschlich denken, sprechen und handeln zu können. Die  Menschen werden durch den Stress und die Hektik, des überall dabei sein zu müssen, alles mitzumachen zu müssen, keine Grenzen der sozialen- oder moralischen Werte mehr zu kennen, von jedem klaren und zielstrebigen Handeln und einer persönlichen Weiterentwicklung abgelenkt. Die neuen Eckpfeiler dieser Welt sind der Egoismus, die Eitelkeit und die Gier nach Geld und Macht. Unterstützt und gefördert wird dieser Trend von den unzähligen schrillen und lauten Fernsehprogrammen,  dem fast nicht vorhanden sein eines geschmackvollen Kulturprogramms, sowie dem Internet und allen daraus erwachsenden Köpfen einer Hydra. Wenn man möchte kann man tausende von Freunden Online haben, die einem folgen, was man auch tut,  man stellt sich selbst mit jeder noch zu dummen Aktion in ein öffentliches Forum, man ist  ja so wichtig. Jeder ist in der heutigen Zeit ein Star. Es regiert die Eitelkeit.

Der Zerrspiegel der Wahrheit  reicht von der sogenannten sozialen Aktion des eigenen Übergießens mit  Eiswürfelwasser für einen angeblich guten Zweck bis zu Aufrufen zu Demonstrationen gegen die Allmacht von Staat und Banken, bis zur Ausbreitung der IS im Internet. Die ganze Erde ist mit einem digitalen Netz überzogen. Mich erinnert dieses Netz immer an das Netzwerk, feingesponnen, einer Spinne. Diese spinnt ihr Netz nicht aus lauteren Gründen, sondern um ihre Beute darin zu fangen und zu fressen. Ich kann es nicht ausstehen, wenn ich von einer Internetseite nicht mehr herauskomme, oder wenn beim Anschauen  andauern irgendwelche Werbungen sich aufdrängen. Dann fühle ich mich wirklich gefangen und ich bin froh, wenn ich aus dem Netz wieder draußen bin. Wir haben verlernt selbstständig zu denken, uns etwas erarbeiten zu müssen, die nötigen Schlüsse zu ziehen, wir haben verlernt uns selbst zu vertrauen, da alles auf Knopfdruck bereit steht und uns schön zubereitet serviert wird. Im Internet und der immer stärker werdenden Ausbreitung, sehe ich eine große Gefahr für das Individuum Mensch.

Wir leben heute in einer Zeit, in der es nicht mehr möglich ist ein gut genähtes Kleidungsstück, zu einem anständigen Preis zu kaufen. In den Ländern wo noch gut und wertvoll gearbeitet wird, werden die Nähereien geschlossen, weil  es billiger ist in sogenannten Drittländern mit angelernten Kräften, billige Massenware zu produzieren. In den Geschäften sieht alles gleich aus. Das Angebot an bunter, günstiger Kleidung ist rießengroß. Alleine die Qualität stimmt nicht mehr. Die Stoffe, die Verarbeitung und die Schnitte sind nur mehr billig. Es wird Wegwerfkleidung produziert und auch gekauft. Shopping ist ja jetzt sehr modern. Es ist ein neuer Freizeitsport geworden. Die erworbenen Sachen werden ein paar Mal getragen und dann weggeworfen. Früher hat die Ware Qualität in jeder Weise gehabt und wurde jahrelang getragen. Die Menschen waren noch gut gekleidet, heute sind sie Schaufensterpuppen geworden. Unsere ganze Gesellschaft ist zu einer Wegwerfgesellschaft geworden; schnelllebig und wertlos.

Wir leben heute in einer Zeit in der es Lebensabschnittspartner gibt. Die Zeiten,in denen eine Ehe für ein ganzes Leben geschlossen wurde, sind  vorbei. Die Partner werden ausgetauscht, nach Zeit, nach Belieben, nach Geschlecht; alles ist erlaubt. Wie wertvoll kann dann noch ein Mensch sein, der gewechselt wird wie ein Hemd? Wo bleibt da der Respekt, die Treue und die Liebe zueinander? Wir wissen heute sehr oft gar nicht mehr, wie sich Liebe wirklich anfühlt, in diesem Dickicht von Selbtliebe, Eitelkeit und Stolz. Wir sind uns selbst am nächsten, nicht mehr der Ehepartner/Ehepartnerin. Liebe bedeutet dem Anderen das Beste zu wünschen, für ihn da zu sein, in guten und in schlechten Zeiten, zu fragen, ob er/sie etwas braucht, wie es einem geht, Anteil  am Leben des Partners zu nehmen und sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen. Liebe ist nicht Eifersucht.

Nur wenn man die Probleme der heutigen Zeit direkt und offen anspricht, kann sich auch etwas ändern; können wir uns zu besseren, ruhigeren, rücksichtsvolleren Menschen verändern. Wir brauchen so dringend einen Wandel zu unseren ursprünglichen Werten, solange diese noch in Spuren vorhanden ist.

Wir leben heute in einer Zeit der Völkerwanderungen. Durch eine gekonnte Finanz- und Machtpolitik wurde die Wirtschaft in den einzelnen Ländern Europas stark geschwächt. Wo verschwindet das ganze Geld hin? Lange hat es gedauert bis die Wahrheit gesagt wurde, wir befinden uns in einer Wirtschaftskrise. Der Einzelne arbeitet und arbeitet, zahlt seine Abgaben und dann versickert das Geld in dunklen Kanälen. Es ist wie wenn man ausgesaugt wird und ausgepresst bis zum letzten Tropfen. Die Armen werden immer ärmer und die Reichen immer reicher. Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Diese instabile Lage Europas nutzt die IS sehr gekonnt aus. Schon lange wurde dieser Kriegsplan vorbereitet. Jetzt sind hunderttausende von Menschen auf der Flucht vor der IS auf dem Weg nach vor allem Europa. Ein strauchelnder Mann wird damit zu Fall gebracht. Die Flüchtlingspolitik reicht von „ Wir müssen alle aufnehmen, bis zu Grenzen schließen.“ Wir stecken selbst in einer Krise und bekommen noch die Verantwortung für so viele  Menschen aufgebürdet. Menschen, die viel  lieber in ihrem eigenen Land in Frieden leben würden. Es sind Menschen die verpflegt, versorgt gehören und die auch einer Beschäftigung nachgehen wollen. Wie soll das gehen, wo wir selbst so hohe Arbeitslosenzahlen haben? Die Unruhen und das ungute Gefühl des Überfordertseins ist da vorprogrammiert. In Zeiten eines Wirtschaftswachstums, eines Aufschwunges ist ein kein Problem viele Menschen aufzunehmen. Jedoch in Zeiten eines Rückganges, eines Abschwunges der Wirtschaft, kann das der Stoß sein um einen weitere Instabilisierung unseres Landes zu bringen. Darauf wartet die IS nur, dann werden sie wirklich kommen und ihr Reich ausbreiten,so wie sie es vorhaben. Das zu erreichende Ziel sollte ein Frieden in den Nahostländern sein,  damit die Menschen in ihrer Heimat in Frieden leben können. Es sollte viel mehr darüber diskutiert werden, wie schaffe ich Frieden und bringe Ruhe in diese Länder, anstatt wie gelähmt auf die wachsenden Flüchtlingsströme zu schauen, und die Verantwortung von einem Land auf das andere Land zu schieben. Leider stehen hinter dieser IS ganz große und mächtige Interessensgruppen, die sie mit viel Geld und Waffen versorgen. Ich frage mich immer von wem, welcher Kopf führt diese IS an? Wer steckt da dahinter? Eine einzelne Person oder eine Gruppe von Menschen?

Jeder Mensch der mit offenen Augen durch die Welt geht, kann das alles sehen. Den Schmutz und Dreck auf unseren Straßen, in der U-Bahn die völlig achtlos, nach Gebrauch weggeworfenen Gratiszeitungen, die Essensreste und sonstige Abfälle zwischen den Sitzen und am Boden. Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals so schmutzig, dreckig und stinkend im öffentlichen Bereich war. Selbst mit Schuhen graust es mir oft, auf  der Straße zu gehen. Die Gehsteige zeigen ein Mosaikbild von verschiedenen Farben, das reicht von Hundepisse, Speisereste bis zu Erbrochenem. Es wird völlig achtlos mit öffentlichen Sachen umgegangen.

Durch die Rauchverbote in den Lokalen und Gasthäusern, rauchen sehr viele Menschen auf der Straße. Man kann nicht gehen,ohne an jeder Ecke einen rauchenden Menschen stehen zu sehen. Es ist fast nicht mehr möglich, rauchfrei durch die Straße und Gassen zu gehen. Von überall her ziehen die Rauchschwaden vorbei. Egal ob Männer oder Frauen, es wird auf der Straße geraucht, keiner fragt mehr ob es auch schicklich ist. Die ständige Lärm- und Geruchsbelastung in der Öffentlichkeit in der Stadt nimmt immer mehr zu.

Das alles ist ein Bild unserer heutigen Zeit. Eine Nahaufnahme, ein Gefühlsbericht und eine aktuelle Einschätzung des Lebens heute.