Die Odyssee einer Rollator-Box im Gemeindebau…

„Langsam aber sicher können einem jene Mitarbeiter von ‚Wiener Wohnen‘ richtig leid tun, denen das Wohl der in den rund 220.000 Wiener Gemeindewohnungen lebenden Wienerinnen und Wiener tatsächlich am Herzen liegt, die aber durch Missmanagement und Unfähigkeit in ihrer Arbeit regelmäßig behindert werden“, sehen sich die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald in ihrer seit Jahren geübten Kritik am „Moloch Wiener Wohnen“ wieder einmal voll bestätigt.

Diesmal am Beispiel einer simplen Rollatorbox:
Am 15. Mai richtete Gemeindemieterin Inge G. aus der Autokaderstraße das Ersuchen um Aufstellung einer Rollatorbox vor dem Eingang zu ihrer Stiege. Begründung: Gehbehinderung, kein Lift vorhanden, Abstellen im Stiegenhaus laut Feuerpolizeigesetz verboten.
18. Mai: Erfreulich rascher Telefonkontakt mit „Wiener Wohnen.
25. Mai: Vor-Ort-Besichtigung der Standortes.
17. Juni: E–Mail-Info von „Wiener Wohnen“, die Rollatorbox müsse in Deutschland bestellt werden, man bitte um Geduld.
6. Juli: Anfrage von Frau G. an „Wiener Wohnen“, was denn nun mit ihrer Rollatorbox sei.
30. Juli: Aufgrund ausbleibender Reaktion jetzt Beschwerde-Mail von Frau G. an „Wiener Wohnen“ mit dem Ersuchen um Weiterleitung an Wohnen-Stadträtin Gaal.
6. August: Antwort-Mail von „Wiener Wohnen“. Man sei bei der Bestellung von Rollatorboxen an die EU-weite Auftragsausschreibungspflicht gebunden. Die Fertigungs- und Lieferzeit betrage in der Regel zwischen 10 und 12 Wochen. Die Aufstellung der Box werde spätestens in der nächsten Kalenderwoche erfolgen.
7. August: Unerwartet rasche Aufstellung der Box, allerdings versperrt mit einem Vorhängschloß. – Die Schlüssel zu dem Schloß wurden Frau G. nicht ausgehändigt. – Erst am 14. August konnte Frau G. nach erneuter Urgenz die Schlüssel entgegen nehmen.
Bezirksrat Hans Jörg Schimanek’s Resümee zu dieser Geschichte: „Allein diese ‚Odyssee einer Rollatorbox‘ müsste für Wohnen-Stadträtin Gaal (SPÖ) Grund genug sein, mit dem vielzitierten ‚Eisernen Besen‘ durch diesen Sumpf bei ‚Wiener Wohnen‘ hindurch zu fegen. Allein die Ausrede hinsichtlich einer erforderlichen EU-weiten Ausschreibung für vielleicht zwanzig oder dreißig Rollatorboxen auf Vorrat müsste bei den Verantwortlichen zu sofortigen Konsequenzen führen. Wir von WIFF sind jedenfalls gerne bereit, ‚Wiener Wohnen‘ gleich mehrere österreichische Erzeugerfirmen von Rollatorboxen auch bei Bestellung geringer Stückzahlen namhaft zu machen“.