Donaufeld: Grün muss Beton weichen…

Jetzt geht es dem ersten Teil des Grün-Bereiches zwischen Donaufelder Straße und Alter Donau „an den Kragen“. Strahlend präsentierten kürzlich die Wiener Wohn-Stadträtin Gaal und Bezirksvorsteher Papai (beide SPÖ) die Verbauung des Gebietes „An der Schanze“, wo auf einem 71.000 Quadratmeter großen Baufeld bis 2023 sage und schreibe 1.400 geförderte Wohnungen errichtet werden (siehe u. a. Bericht Tageszeitung „HEUTE“).

Weitere Wohnbauten auf diesen ehemals von Gemüsegärtnern genutzten Flächen werden folgen. „Diese Projekte haben mit dem, was man der Bevölkerung vor Jahren seitens Rot&Grün versprochen hat, nichts mehr gemein. Mittlerweile müssen wir in diesem Gebiet mit tausenden weiteren Wohnungen und somit auch mit einer deutlichen Verschlechterung der Lebensqualität vieler Bezirksbewohner rechnen“, üben die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald Kritik an der Wiener Wohnbaupolitik.

Sie sind überzeugt: „Floridsdorf muss nicht mehr schrankenlos wachsen, die noch vorhandenen großflächigen Grünzonen des Bezirks sollten auch in Zukunft als wichtige Teile der ‚Grünen Lunge‘ Wiens erhalten bleiben!“

Die immer wieder monoton wiederholten Statements aus dem Rathaus, Wien benötige dringend neuen Wohnraum, lassen die beiden Bezirkspolitiker nicht gelten: „Übersehen Ludwig&Co. etwa die vielen Leerstände in neuen Floridsdorfer Wohnausanlagen wie beispielsweise in der Pragerstraße 105 bis 109 oder auf den Siemensäckern nächst der Leopoldauer Straße? Statt der Zerstörung weitere Grünräume wäre es sinnvoller, den Eigentümern des riesigen Althausbestandes ab dem Ring stadtauswärts die Sanierung der Häusern anzubieten. Und zwar gegen Zusicherung einer künftigen Mietobergrenze in Höhe des Mietzinses in Gemeindebauten. Damit könnte man sehr viel derzeit brach liegenden Wohnraum aktivieren und der Stadtflucht in Richtung Außenbezirke entgegen wirken“. –

Fotos: Berger, Hödl.