Donaufeld: Statt 1.800 jetzt 6.000 neue Wohnungen – Dennoch keine Umweltverträglichkeitsprüfung? – Schimanek (WIFF) fordert Bürgermister Ludwig (SPÖ) zum sofortigen Einschreiten auf.

Obwohl auf den Grünflächen des Donaufelds, im Bereich zwischen Fultonstraße, Nordmanngasse, Dückegasse und An der Schanze, ursprünglich nur 1.600 Wohnungen geplant waren und man daher seitens der Wiener Umweltabteilung MA 22 damals eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) als „nicht erforderlich“ erachtete, soll diese Entscheidung trotz massiver Ausweitung des Bauvolumens auf nunmehr 6.000 Wohnungen (!) auch weiterhin aufrecht bleiben. Dagegen setzt sich jetzt die Bürgerinitiative „Verein Freies Donaufeld“ mit anwaltlicher Unterstützung massiv zur Wehr.

„In Wahrheit müssten sich die gesamte Floridsdorfer Bevölkerung sowie alle im Bezirksparlament vertretenen Parteien geschlossen für eine UVP und damit gegen eine derart unkontrollierte Zerstörung von Flora, Fauna und Gemüseanbaugebiet in dieser Grünoase aussprechen“, fordert Bezirksrat Hans Jörg Schimanek namens WIFF-Wir für Floridsdorf. „Man stelle sich weiters nur vor, welche Auswirkungen es auf die Wasserqualität der Alten Donau hätte, würde an einem schönen Sommerwochenende nur ein Drittel der zumindest zu erwartenden 15.000 Bewohner der geplanten 6.000 Wohnungen zum Baden ins Wasser steigen? Und man stelle sich weiters vor, welche Folgen der Bau von 6.000 Wohnungen für die bestehende Verkehrsinfrastruktur des Donaufeldes und Umgebung haben würde“.
 
Seltsam erscheint beim „Fall Donaufeld“, dass die MA 22 die Entscheidung gegen eine UVP im Jahr 2018 per Bescheid erlassen hat und jetzt nach wie vor darauf beharrt, obwohl der Bauträger-Wettbewerb samt zahlreichen Änderungen der Projektvorgaben erst 2019 über die Bühne ging…
 
„Und ebenso seltsam erscheint es, dass die Wiener Umweltbehörde der Forderung der Bürgerinitiative nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung nur den Hinweis entgegen zu setzen hat, der Verein Freies Donaufeld sei nicht im Feststellungsverfahren (von 2018 / Anm.) aufgetreten (siehe Kronenzeitung / 27. Nov. / Seite 28). Diese Praktiken erinnern frappant an die Verweigerung einer seitens der „Bürgerinitiative Siemensäcker“ geforderten UVP anlässlich der Verbauung der ‚Siemensäcker’/Umgebung“, ortet Schimanek „auch angesichts jüngster Vorfälle rund um Umweltverträglichkeitsprüfungen“ dringenden Handlungsbedarf vor allem bei Bürgermeister Ludwig (SPÖ). „Die Tatsache, dass der – die Unschuldsvermutung sei ihm unbenommen – nunmehr wegen z. T. einschlägiger Vorwürfe angeklagte ehemalige Wiener Grün-Politiker Chorherr sowohl bei den ‚Siemensäckern‘ wie auch im ‚Fall Donaufeld‘ beratend an der Seite seiner damaligen Chefin Vassilakou stand, müsste für das Wiener SPÖ-Stadtoberhaupt doch Anlass genug sein, eine lückenlose Aufklärung der Sachverhalte anzuordnen!“, so Schimanek abschließend.