Doppelmoral: „Rot gegen Rot“ in der Wiener Bauszene – AK-Klagen über Lohndumping durch Sub-Firmen nur Lippenbekenntnis?

Für einiges Kopfschütteln in der Branche sorgte kürzlich Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl (SPÖ) mit ihrer öffentlichen Klage, „Österreichs Baubranche leide unter häufigem Lohn- und Sozialdumping, es gebe viele vor allem ausländische Bauunternehmen, die bei uns als Sub-Firmen oder großer Auftraggeber tätig seien und dabei Lohn- und Sozialdumping betreiben“.

„Was die ‚rote Renate‘ dabei geflissentlich übergeht ist die Tatsache, dass solche Praktiken speziell in Wien auch von den großen SP-nahen bzw. sogar im Besitz der SPÖ befindlichen Konzernen wie beispielsweise der ‚Sozialbau‘ etwa durch Tolerieren von Auftragsvergaben an Sub-Firmen bzw. der ‚Anmietung‘ von Arbeitskräften zumindest geduldet werden. Schriftliche ‚Wohlverhaltensgelübde‘ von den Auftragnehmern einzufordern, ist da wohl nicht ausreichend“, wundert sich WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek über die „Blauäugigkeit“ der AK-Präsidentin.
 
Und Helmut Sommerer, Sprecher der „Bürgeriniative Siemensäcker“, wartet zum Beweis mit seinen Erfahrungen rund um das sogenannte „Vorzeige“-Bauprojekt EUROPAN 12 der Stadt Wien auf den „Siemensäckern“ auf: „Bei meinen täglichen Beobachtungen der Großbaustelle, an der auch die Sozialbau AG als Auftraggeber maßgeblich beteiligt ist, höre ich fast kein deutsches Wort, selbst so mancher Polier spricht kein deutsches Wort. Wohl kaum verwunderlich, wenn man hier – auch angesichts der vielen an der Großbaustelle geparkten Pkw mit ausländischen Kennzeichen – nicht unweigerlich an das Wehklagen der Frau Anderl erinnert wird.
 
„Auch frage ich mich, ob die auf Transportfahrzeugen mit ungarischen Kennzeichen an die Großbaustelle herangekarrten Fertigteilwände (siehe Foto) zu Billigpreisen im Ausland gefertigt werden oder ob lediglich der Transport über ungarische Firmen billiger ist als bei uns. Die speziell von SP-Politikern stets besonders lautstark geforderte Sicherung von heimischen Arbeitsplätzen sieht wohl anders aus, als von ‚roten‘ Unternehmensführern tatsächlich praktiziert „, so Sommerer im WIFF-Gespräch abschließend.