Drogenkriminalität auch in Floridsdorf: WIFF fordert Umdenken im „Hohen Haus“ – Exekutive muss gestärkt werden

Mit Jubelmeldungen aus Innenministerium, Polizeidirektion und Politik über die jüngsten Erfolge im Kampf der Polizei gegen die Drogenkriminalität wird derzeit versucht, die empörte Öffentlichkeit „ruhig zu stellen“. „Dealer-Razzien: Pro Tag schon 30 Festnahmen“ titelte etwa jüngst die Tageszeitung „Österreich“. Ähnliche Berichte finden sich regelmäßig auch in anderen Zeitungen, Radio oder TV. Und tatsächlich sehen sich vor allem S- oder U-Bahn-Fahrgäste zuletzt häufig mit polizeilichen Kommandoaktionen etwa im Bereich der U6 – auch in Floridsdorf – konfrontiert. 

„Dennoch“ – so WIFF-Landesparteiobmann Bezirksrat Hans Jörg Schimanek – „sind diese Polizeiaktionen kaum mehr als Tropfen auf den berühmt-berüchtigten sogenannten ‚heißen Stein‘. Die Polizei hat angesichts viel zu wenig Personal und der zuletzt überhand nehmenden Kommandoaktionen in den Bereichen Drogen, Grenzeinsätze, Kampf gegen Diebe und Einbrecher usw. ihre dauerhafte Leistungsgrenze längst überschritten. Dazu kommt noch der tägliche Stress, etwa bei Festnahmen zumeist rabiater Drogendealer selbst im Falle von tätlichen Angriffen nur ja nicht zu hart zuzugreifen, weil man ja sonst leicht vor dem Richter stehen könnte“.
Drogen-Österreich
Um die Drogenszene zumindest eindämmen zu können, bedarf es laut Schimanek, der den Polizeiapparat auch aus seiner journalistischen Tätigkeit seit Jahrzehnten genau kennt, raschest einer großzügigen Aufstockung der Dienstposten mit Schwerpunkt Wien. „Die Intensität der derzeitigen Drogeneinsätze ist längerfristig allein personaltechnisch nicht aufrecht zu erhalten. Gäbe man unserem Drogendezernat die doppelte Anzahl von Kriminalbeamten, käme es mit Sicherheit auch regelmäßig zu einer zumindest doppelten Anzahl von Festnahmen. Was aber nur dann Sinn hätte, würden auch die Richter und Staatsanwälte mitspielen. Denn ‚Anzeigen auf freiem Fuß‘ schrecken da niemanden ab“, so ein Drogenfahnder zur Schimanek, der einen Appell an die Vertreter aller Fraktionen im Parlament richtet: „Stellen Sie die finanziellen Mittel für deutlich mehr Personal, bessere Ausrüstung und noch bessere Ausbildung zur Verfügung, aber nicht im ‚Almosenbereich‘. Denn wenn nicht möglichst rasch die entsprechenden Weichen gestellt werden, könnte der Begriff ‚Sicherheit‘ in unserer Stadt, in unserem Land, schon bald zu einem den meisten Leuten unbekannten Fremdwort werden“.