Ehemaliges Weisselbad Ecke Brünner Straße / Weisselgasse: Verkauf an Wohnbaugesellschaft erfolgte ohne Ausschreibung

Der Verkauf des im Eigentum der Stadt Wien gestandenen ehemaligen Weisselbades – Jahrzehnte das ‚Tröpferbad‘ der Floridsdorfer und bis zur Schließung vor einigen Jahren als öffentliche Sauna genutzt – „riecht“ geradezu nach politischer Freunderlwirtschaft. Auf eine diesbezügliche offizielle Anfrage von WIFF – Wir für Floridsdorf musste Wohnenstadtrat Dr. Michael Ludwig (SPÖ) nämlich schriftlich zugeben, dass es beim Verkauf des gesamten ob der zentralen Lage durchaus wertvollen Areals keine Ausschreibung gegeben habe. Verkauft worden sei das Areal laut Ludwigs schriftlicher Anfragebeantwortung an die Wohnbaugesellschaft „GEWOG – neue Heimat“.

Die wörtliche Antwort Ludwigs auf die WIFF-Frage „Hat es eine offizielle Verkaufs-Ausschreibung gegeben?“  lautete:
„Ein offizielles Bestbieterverfahren hätte die Entwicklung eines geförderten Projektes verunmöglicht. Da an diesem Standort ein gefördertes Projekt errichtet werden soll, wurde davon Abstand genommen“.

„So also geht der Wohnen-Stadtrat und Floridsdorfer Parteiobmann Ludwig mit dem Eigentum der Stadt Wien und damit mit dem Geld der Wiener Steuerzahler um“, resümieren die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald. „Bei einer offiziellen Ausschreibung hätte die Stadt Wien einen ungleich höheren Kaufpreis lukrieren können. Und was stört Ludwig daran, wenn an dieser Stelle etwa ein nicht geförderter Wohnbau errichtet worden wäre? Das Förderungsgeld, dass dem nunmehrigen Billigkäufer  GEWOG für sein Projekt aus dem Steuertopf zugeschossen werden muss, hätte Ludwig dann einfach in eines der ohnehin noch offenen geförderten Wohnbauprojekte stecken können. Mit einem Wort: Hier riecht es geradezu nach Freunderlwirtschaft, wenn nicht gar nach viel mehr…“