„Fall Siemensäcker“ weitet sich zu Umweltskandal aus – Was sind Zusagen der Bauträger wert…?

Die „Bürgerinitiative Siemensäcker“ lässt nicht locker.Trotz der mächtigen Gegner (Bauträger, Wiener Umweltbehörde) bringen die in der benachbarten Gartensiedlung „Wolfsgrube“ beheimateten Aktivisten immer neue Ungeheuerlichkeiten im Zusammenhang mit der bereits im Gang befindlichen Verbauung der seitens des „roten“ Genossenschaftsriesen „Sozialbau“ & Co. von der Firma Siemens erworbenen Flächen nächst der Heinrich von Buhl-Straße und dem Siemens-Zentralareal zu Tage.
 

„Bei jedem Baugrubenaushub werden Altlasten, darunter auch Ölfässer, entdeckt. Entsorgt werden diese Überreste einer auch den Bauherren bekannten ‚wilden‘ Mülldeponie nur dort, wo man gerade das Erdreich für die jeweiligen Häuser aushebt. Überall sonst bleiben die zum Teil gefährlichen Altstoffe im Boden. Dennoch hat man die von uns geforderte Umweltverträglichkeitsprüfung von der Wiener Umweltbehörde (MA 22) abgeschmettert“, so BI-Sprecher Helmut Sommerer. Derzeit liegt der Akt – leider ohne aufschiebende Wirkung – zur Entscheidung beim Höchstgericht.
 
Böses für die Zukunft lässt auch die Tatsache ahnen,
dass die Bauwerke bis tief in den Grundwasserbereich ragen und jeweils Umspundungen vorgenommen werden. „Beides werde nicht geschehen, hat man uns seitens der Sozialbau anlässlich der Vorstellung des Projektes zugesichert. Die Wahrheit sieht jetzt anders aus und es ist zu befürchten, dass durch die Tiefengrabungen bzw. Rüttelstopfungen zur Befestigung des lockeren Bodens und die Umspundungen die Grundwasserbewegungen derart beeinträchtigt werden, dass unsere Siedlung – wie schon in der Vergangenheit – künftig bei einem Anstieg des GW-Spiegels wieder unter Wasser stehen wird“, so Sommerer im Gespräch mit den WIFF-Bezirksräten Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald.
 
 
Schimanek, der von 1993 bis 1999 als Landesrat der NÖ-Landesregierung unter anderem für den Bereich Siedlungswasserwirtschaft und Wasserrecht zuständig war, zeigt sich vor allem über das Verhalten der Wiener Umweltbehörde erstaunt: „Mich erinnert das Ganze an die üblen Verfehlungen auch der Behörden in den 80er-Jahren im Zusammenhang mit dem riesigen Umweltskandal um die sogenannte ‚Fischer-Deponie‘ bei Wiener Neustadt. Damals hatte man die längst fertig gestellte 3. Wiener Wasserleitung über zehn Jahre lang nicht in Betrieb nehmen können, da aus durchrosteten Fässern ausfließende Giftstoffe bis in den zweiten Grundwasserbereich der Mitterndorfer Senke gelangt waren“.