Floridsdorfer Markt: Zwangsöffnungszeiten führen bei Standlern zu „roten Zahlen“.

Seit die in jüngster Zeit immer mehr ins Kreuzfeuer der Kritik geratene Stadträtin Sima (SPÖ) für die Wiener Märkte eine Zwangsöffnungszeit eingeführt hat (die Marktkaufleute müssen jeweils von Dienstag bis Freitag in der Zeit von 15 – 18 Uhr verpflichtend offen halten, widrigenfalls saftige Geldstrafen drohen), schreiben die Standler während dieser Zwangsöffnungszeiten „rote Zahlen“.

Umsätze von oft weniger als 10 Euro während dieser Zeiten sind nach Aussage der Betroffenen keine Seltenheit. Jetzt haben sich die Betreiber mehrerer Stände (Obst&Gemüse, Sauerkraut&Gurken, Haushaltsartikel, Fleischer und Pferdefleischer) zusammengeschlossen und fordern in Form einer Sonderregelung das Zugeständnis, zumindest Dienstag bis Donnerstag ihre Geschäfte bereits um 14.30 Uhr schließen zu dürfen.

„Man kann von uns doch nicht verlangen, unser ohnehin nicht gerade leicht verdientes Geld in die Einhaltung dieser völlig realitätsfernen Zwangsöffnungszeiten zu investieren“, so die Betroffenen.

Auch für WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek ein inakzeptabler Zustand: „Zuerst sollten Frau Sima und ihr Marktamt die seit vielen Jahren versäumten Hausaufgaben machen, danach kann man dann auch von den Standlern die Einhaltung gewisser Verpflichtungen einfordern“, so der Bezirkspolitiker und erinnert an die jüngste beispiellose planerische Fehlleistung der zuständigen Magistratsabteilungen samt Marktamt, die nach Beginn der bis Mai 2020 dauernden Bauarbeiten auf dem Markt den Standlern und Marktbesuchern als „Ersatz“ für den abgerissenen WC-Komplex einfach vier Mobil-WC’s ohne Wasserspülung zugemutet hatten. Immerhin dauerte es länger als zwei Monate, bis nach heftigen Protesten von WIFF auch via Medien diese unhygienischen Zustände beendet und eine moderne Container-WC-Zeile – bis zur Inbetriebnahme der zur Zeit in Bau befindlichen neuen WC-Anlage voraussichtlich im Mai) – aufgestellt wurde.

„Allein schon der zwar notwendige, aber doch störende Baustellenbetrieb auf dem Floridsdorfer Markt sollte Grund genug sein, den Wünschen der Kaufleute zu entsprechen“, so Schimanek abschließend. – Foto: Franz Hödl.