Floridsdorfer Städtebauvorhaben „EUROPAN 12“: Umweltstadträtin Sima (SPÖ) im „Asbest-Dilemma“.

Das auf dem Gelände der Siemens AG im Großraum Leopoldauer Straße/Heinrich von Buol-Gasse/Siemensstraße derzeit im Werden begriffene größte Wohnbauvorhaben Floridsdorfs dürfte Umweltstadträtin Sima (SPÖ) derzeit einige Sorgen bereiten.

Immerhin hat Sima in der Beantwortung einer das gesamte Projekt „EUROPAN“ betreffende FPÖ-Anfrage im Wiener Gemeinderat behauptet, auf dem in drei Bauabschnitte („Siemensäcker“, „Westspange“, „Triangel“) geteilten Gelände „wurden zum Abbruch anstehende Industriegebäude auf enthaltene Schadstoffe untersucht“.
 
„Diese Angaben Simas widersprechen – – zumindest was den Bauabschnitt ‚Siemensäcker’ betrifft’ – der schriftlichen Feststellung ihrer MA 22-Umwelt-Abteilungsleiterin Ing. Dr. Karin Bühl-Krammerstätter, dass im Rahmen des Vorhabens ‚Siemensäcker‘ ‚keine Untersuchungen zu Asbestkontamination durchgeführt oder von uns beauftragt‘ worden seien“, wundert sich WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek. – Aber auch betreffend des dritten Bauabschnittes „Triangel“ entspricht die Anfragebeantwortung der SPÖ-Stadträtin nicht den Tatsachen. Laut Sima lagen „für die von der Stadt Wien – Umweltschutz überprüften Gebäudeabbrüche Freigabeprotokolle, ausgestellt von einem Ziviltechniker, vor“. Zudem gebe es laut Sima-Anfragebeantwortung Freigabeprotokolle, wonach „das Bauwerk frei von Schandstoffen ist“.
 
Diesen Ausführungen der SPÖ-Stadträtin widersprechen die WIFF vorliegenden Analysenergebnisse des Ziviltechnikerbüros „aetas“, die eindeutig das Vorhandensein von Asbest dokumentieren. „Für uns keine Überraschung, hat WIFF doch schon vor den Abbrucharbeiten auf mögliche Vorkommen des gefährlichen Giftstoffes hingewiesen. Zumal ja die Errichtung der Werksgebäude zur Zeit der Hochblüte des damals noch als unbedenklich geltenden Baustoffes Asbest erfolgt ist. Zudem haben wir im Zuge der Abbrucharbeiten dann vor Ort auch in Asbest-Säcken gesammeltes Giftmaterial im Bild festgehalten“, so Schimanek mit der abschließenden Feststellung: „Es ist zu hoffen, dass künftig beim Abbruch ‚einschlägiger‘ Gebäude mehr Sorgfalt geübt wird – und auch Stadträtin Sima anstelle des einen oder anderen Fotoshootings für die Medien ihre Zeit mehr den immer wichtiger werdenden Umweltaufgaben zuwendet“.