Förder-Dschungel

„Nie zuvor war die Arbeitslosigkeit bei uns so hoch wie derzeit. Also müsste die Politik alles daran setzen, eine Joboffensive zu starten. Aber leider, so tönt es aus manchen Parteiecken, das geht leider nicht, weil auch bei uns alles ‘kaputtgespart’ werde“, schreibt mein alter Fußballfreund Dr. Georg Wailand in der Kronenzeitung (1. August) in seiner Funktion als Wirtschaftschef. Jörg2-6-14 KopieAuch er weiß so wie ich, dass die Arbeitslosenzahlen mit Einbruch der kalten Jahreszeit und dem damit verbundenen Rückgang der Bautätigkeit noch weiter explodieren werden. Wailand lässt auch die Ausrede der Politik vom „Kaputtsparen“ nicht gelten und stellt fest: „Es gibt keine Mittel für eine Job-Offensive? Da darf gelacht werden, wenn gleichzeitig für Biotop-Pfleger, Homosexuellen-Initiativen, Tennisvereine und vor allem Parteien Milliarden in Gutsherrnart verteilt werden!“

Da hat der gute Georg bei seiner Aufzählung allerdings ebenfalls gespart. Denn auch ein Wiener Sado-Maso-Verein, unzählige unter Ausschluss der Öffentlichkeit und offensichtlich zumeist nur zum Selbstzweck tätige sogenannte Integrations- und Frauenvereine, ein „Anatolischer Langhalslauten-Verein“ oder ein „Klub polnischer Intellektueller“ werden aus den Fördertöpfen vor allem in Wien bestens bedient. Wobei sich diese Aufzählung ellenlang fortsetzen ließe.

Von Hans Jörg Schimanek

Besonders ungeniert werfen die Wiener Stadtpolitiker mit den Steuergeldern der Bürger im Bereich der Kunst- und Vereinsförderung um sich. Laut Richard Schmitt (siehe Kronenzeitung vom 9. August, Seiten 26 und 27) hat die derzeitige Stadtregierung laut offiziellem Kunstbericht Künstler, Theater und Vereine im Jahr 2014 mit 227 Millionen Euro subventioniert. Das sind unfassbare 622.000.- Euro pro Tag!!!

Einer der Hauptnutznießer dieses Förderwahnsinns ist offenbar das Floridsdorfer Gloria-Theater in der Prager Straße. Trotz deutlichster Rügen des Stadtrechnungshofes wegen der mangelhaften Theaterbuchhaltung – so Krone Redakteur Richard Schmitt – flossen im Vorjahr sage und schreibe € 550.000.– in die Kassa des Gloria-Theaters. Und wer diese Summe für die letzten zehn Jahre hochrechnet, kommt unweigerlich ins Schwitzen.

Seltsam erscheint auch, dass viele der am Fördertropf der Magistratsabteilung 7 hängenden Künstlerinnen und Künstler bei diversen Veranstaltungen der SPÖ in Erscheinung treten. „Wahrscheinlich aus Dankbarkeit kostenlos“, glauben böse Zungen zu ahnen.

Österreichweit dürfte es rund 50.000 unterschiedliche Förderungen von Bund, Ländern und Gemeinden geben, will man im Finanzministerium wissen. Wobei keine der auszahlenden Stellen darüber Bescheid weiß, ob und wieviel Fördergeld von den anderen bereits geflossen ist. Laut Finanzministerium hätte diese Lücke mit der „Transparenzdatenbank“ geschlossen werden sollen. Die Sache sei aber am Widerstand der Länder und Gemeinden gescheitert. Ich meine, jetzt wird’s langsam Zeit für ernste Worte und vor allem für Taten!