Friedhöfe Wien: Täglich sündteure Wassertransporte von Simmering nach Floridsdorf, weil auf dem Jedleseer Friedhof beide Grundwasserpumpen defekt sind – Hans Jörg Schimanek: „Die Schildbürger hätten’s nicht besser machen können…“

Würde es sich nicht um eine eklatante Steuergeldverschwendung handeln, man könnte lauthals darüber lachen, mit welcher Inkompetenz und Ahnungslosigkeit bei den Friedhöfen Wien ans Werk gegangen wird, wenn es gilt, plötzlich aufgetreten Problemen wie zur Zeit auf dem Jedleseer Friedhof zu begegnen.

 
Weil dort beide vorhandene Grundwasserpumpen defekt sind, gibt es derzeit auf dem Friedhof weder für die Besucher, noch für die Friedhofsgärtner Wasser zur Pflege der Gräber. Die Gärtner haben jetzt Wassertanks gekauft und diese auf ihren Werkzeugwagerln montiert. Gefüllt werden die kleinen Tanks mit Hochquellwasser von der normalen Hauswasserleitung.
 
„Eine Verschwendung, vor der unsere Kinder schon in der Schule gewarnt werden!“, so Friedhofsgärtner Peter Freisinger, der WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek zu einem Lokalaugenschein gebeten und diesem die schier unglaublichen Praktiken der Friedhöfe Wien präsentiert hatte. „Eine Grundwasserpumpe ist bereits seit März in Reparatur, die zweite Pumpe ist am 11. Juli wegen eines defekten Reglers ausgefallen. Doch auf meine Frage, warum man sich denn bei der großen Zahl der Wiener Friedhöfe nicht ein oder zwei Pumpen und Regler auf Lager legen könne, erhielt ich von der zuständigen Sachbearbeiterin die pampige Auskunft: Was glauben Sie, eine Pumpe kostet rund 5000.– Euro und ein Regler 3000.– Euro – das können wir uns nicht leisten. Dafür haben wir kein Geld“, ärgert sich Friedhofsgärtner Freisinger.
 
Noch schwerer verständlich ist allerdings die von den Friedhöfen Wien eingeleitete „Hilfsaktion“ gegen den Wassermangel, die nach Auffassung von WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek einfach nicht mehr nachvollziehbar ist: „Seit 11. Juli pendelt täglich zweimal ein uralter Unimog-Geländetransporter mit einem 2.000-Liter-Wassertank im Schneckentempo und unter Ausstoß deutlich sichtbarer Auspuffgase zwischen Simmering und Floridsdorf hin und her und liefert aus einem Grundwasserbrunnen auf dem Zentralfriedhof das Wasser zum Befüllen der Zisternen auf dem Jedleseer Friedhof. Dies trotz der Tatsache, dass vor dem Eingang zum Jedleseer Friedhof ein Hydrant steht…
 
Wenn man dann seitens der darauf angesprochenen Friedhöfe Wien sozusagen zum Drüberstreuen noch mit der Antwort konfrontiert wird wie – laut eigener Aussage – Friedhofsgärtner Freisinget, ‚der Hydrant könne von den Friedhöfen Wien nicht genutzt werden, weil es kein Abkommen mit der Wiener Feuerwehr gebe‘, dann ist endgültig Schluss mit lustig. Solche Schildbürgerstreiche auf Kosten der Wiener Steuerzahler müssen umgehend auch zu personellen Konsequenzen führen!“, so Bezirksrat Hans Jörg Schimanek (WIFF) abschließend.
 
Einziger Lichtblick: Seit 20. Juli ist zumindest eine der beiden Grundwasserpumpen wieder in Betrieb…
 
Fotos: Joschi Tuczai