Friseure auf den Barrikaden: „Testvorschriften ein Nonsens!“

Empörung pur herrscht bei der Zunft der Friseure: Die jüngste Entscheidung der Bundesregierung, dass Kunden in Frisiersalons nur nach Vorweis eines maximal 48 Stunden alten negativen Corona-Tests bedient werden dürfen, hat helle Empörung ausgelöst. „Wie sollen beispielsweise ältere und vielleicht sogar an Gehhilfen gebundene Personen, von denen sehr viele zu unseren Stammkunden zählen, zu einem gültigen Test gelangen? Aber auch andere Kunden, die wir bei der Terminreservierung auf den erforderlichen Test hingewiesen haben, haben mehr oder weniger deutlich reagiert und gleich sofort wieder abgesagt. Da können wir unsere vier Salons gleich weiter zugesperrt lassen!“, ärgert sich Michael Müllner (siehe Foto), Juniorchef von „Friseur Hollywood“ aus Floridsdorf.

Ins gleiche Horn stößt Peter Masarik vom Hair Styling-Salon in der Floridsdorfer Donaufelder Straße: „Wir müssen jetzt diese Fehlleistung von Regierung und sogenannten Experten ausbaden. Denn viele Kunden verzichten unter solchen Umständen auf einen Friseurbesuch. Meine Frage: Wenn etwa in Schulen sogenannte Selbsttests möglich sind, warum nicht auch bei uns?“.
 
Auch für Salonbetreiberin Kathi Strassl, Wien-Wieden, ist die gegenwärtige Situation untragbar. Gemeinsam mit Branchenkolleginnen und Kollegen soll jetzt unter anwaltlicher Beratung eine Initiative gestartet werden, wonach die Kunden statt Vorlage eines Tests in Selbstverantwortung mittels Unterschrift bestätigen können, nicht infiziert zu sein.
 
Für WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek ist nach zahlreichen Unternehmer-Gesprächen jedenfalls klar: „Diese Vorgaben der Regierung sind – wieder einmal – völlig unausgegoren und vor allem realitätsfremd. Unter solchen Voraussetzungen lohnt sich für die meisten Friseure das Aufsperren überhaupt nicht. Statt die Unternehmer zu unterstützen und viele vor der drohenden Insolvenz zu bewahren, wird hier dem in den letzten Monaten geradezu aufblühenden Pfusch weiter Tür und Tor offen gehalten!“
 
Harsche Kritik übt der Floridsdorfer Lokalpolitiker auch am Verhalten der Standesvertretung. „Statt inhaltsloser und vor Ahnungslosigkeit strotzender Aussendungen sollten die Kammer-Granden endlich einmal das praktizieren, wofür sie gewählt wurden und ihre aus den Zwangsbeiträgen der Mitglieder finanzierten Tantiemen einstreifen: Nämlich deutlich hör- und spürbar für die Interessen ihrer Branche eintreten!“, so Schimanek abschließend.
Fotos: Franz Hödl.