„Friseurschwemme“ auch in Donaufeld – Auf 330 Laufmeter gleich sieben Geschäfte – Schimanek (WIFF): „Wo bleiben Innung, Finanzamt und Sozialversicherung?“

 
Floridsdorf ist in jüngster Zeit ein „Dorado“ für Friseure vornehmlich orientalischer Herkunft geworden. Aber nicht nur im Bezirkszentrum häufen sich solche Geschäfte, nach dem jüngsten Zuwachs bieten auch in der Donaufelder Straße ab dem Hoßplatz auf einer Straßenlänge von nur ca. 330 Laufmeter gleich sieben Frisiersalons ihre Dienste an.

 
Drei dieser Geschäfte – in der Donaufelder Straße 7–9, 26 und 45 – werden seit langem von heimischen Wirtschaftstreibenden geführt, die übrigen vier Friseurgeschäfte – auf dem Hoßplatz und unmittelbar nebeneinander in der Donaufelder Straße 15, 17 und 21 – werden von Personen mit „nichtösterreichischen Wurzeln“ betrieben. – Kein Wunder, dass bei den alteingesessenen Friseuren „Feuer am Dach“ ist. „Auch ich bin für freie Wirtschaft, aber wenn man sich die unbestraften Praktiken vieler Neuankömmlinge in unserer Branche ansieht, muss jedermann klar sein: Da können wir als Steuer zahlende Unternehmer nicht mit!“, stellt etwa Friseurmeister Masarik aus der Donaufelder Straße 7–9 (siehe Foto) im Gespräch mit WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek lakonisch fest und fragt sich, wie lange er seine beiden Mitarbeiterinnen im seinem Salon noch beschäftigen wird können.
 
Masarik spielt auf die Tatsache an, dass viele der auslandstämmigen Betreiber von Friseurgeschäften ihre Sessel einzeln an selbständig arbeitende Personen vermieten, die – entgegen den gesetzlichen Bestimmungen – über keine Gewerbeberechtigung verfügen. Keine Rede etwa auch von der Registrierkassenpflicht.
 
WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek sieht hier eindeutig die Wiener Friseurinnung und wohl auch Finanzbehörden und Sozialversicherung in der Pflicht: „Es geht nicht an, dass unseren Steuer zahlenden heimischen Betrieben u. a. mit Dumpingpreisen oder durch Nichteinhaltung der gesetzlich vorgegebenen Öffnungszeiten Schmutzkonkurrenz gemacht wird und manche dadurch oftmals sogar zum Aufgeben gezwungen werden, nur weil die Behörden dem Steuer- und Sozialversicherungsbetrug vieler dieser Neo-Friseure offenbar tatenlos zusehen.
 
Aber auch die Wiener Friseurinnung sieht Schimanek massiv säumig: „Während der Salzburger Landesinnungsmeister gemeinsam mit den dortigen Behörden derartigem Treiben rasch ein Ende gesetzt hat, scheinen die Wiener Innungsvertreter auf Tauchstation zu sein. Und weil Floridsdorfer Friseure im Zuge meiner Recherchen ‚über die nur schwere Erreichbarkeit‘ der Wiener Friseurinnung mehrfach Klage führten, habe ich die Probe aufs Exempel gemacht. Das Ergebnis dreier vergeblicher Anrufe an verschiedenen Tagen vor drei Wochen: Ein zuletzt von einer Mitarbeiterin zugesagter Rückruf des dortigen Geschäftsführers – auf den ich heute noch warte…“
 
Schimanek fordert nunmehr im Interesse der heimischen Wirtschaft ein rasches gemeinsames Vorgehen von Innung, Marktamt, Finanz und der Sozialversicherung. „Bei uns ist auch jeder auslandstämmige Wirtschaftstreibende willkommen, wenn er unsere geltenden Bestimmungen respektiert und einhält. Eine weitere Orientalisierung der heimischen Geschäftsszene, noch dazu mit gesetzwidrigen Praktiken, muss hingegen nachhaltig verhindert werden“, so der Bezirkspolitiker abschließend. – Fotos: Joschi Tuczai (Bild 1 – 3: Die alteingesessenen Frisiersalons).