„Gästeservice“ a là ÖBB: Fehlendes Fingerspitzengefühl lässt amerikanische Gäste künftig auf Wien-Besuch verzichten

 

„Wer einmal eine Reise tut, der kann schon was erleben“ – dieses Sprichwort dürften zwei amerikanische Wien-Besucher zwar nicht gekannt haben – erlebt haben sie allerdings „schon etwas“: Nämlich das Gegenteil der so sprichwörtlichen österreichischen Gastlichkeit. Und noch heute sind Steven Pavlinec und sein 79jähriger Vater aus Florida verärgert, wenn sie von ihrem Erlebnis im City Airport Train auf dem Weg vom Flughafen Schwechat nach Wien im Bekanntenkreis erzählen.

Am 7. Mai 2015 waren die beiden Amerikaner nach langem Flug zu einem Wien-Trip in Schwechat gelandet. Ziemlich übermüdet lösten die beiden Ankömmlinge unter Anleitung einer hilfsbereiten Dame am Automat zwei Fahrkarten für den City Airport-Train nach Wien, vergaßen aber in der Eile und auch mangels ausreichender Kenntnisse der Gepflogenheiten auf die Entwertung. Was ihnen anlässlich einer Fahrkartenkontrolle kurz darauf leider zum Verhängnis wurde. Und weil die US-Gäste nicht der deutschen, die Kontrollore wiederum nicht der englischen Sprache mächtig waren und die beiden auch nicht das geforderte Bußgeld in Euro bei sich hatten, wurden die Personalien aufgenommen.

Danach wurden die beiden Amerikaner mit einem in deutscher Sprache gehaltenen Aufforderungsschreiben samt ÖBB-Bankdaten, einen Gesamtstrafbetrag von € 100.– zu überweisen, schließlich „entlassen“. – „Für uns war das ganze nach einem langen Transatlantik-Flug einfach zu viel und wir haben die Sache schließlich abgehakt“, schrieb Steven Pavlinec an seine Freunde in Floridsdorf und schickte auch gleich ein Mahnschreiben eines von den ÖBB beauftragten Inkassobüros mit, das ihm in Florida in den Briefkasten geflattert war. € 200.– sollten nach Österreich überwiesen werden, bei sofortiger Zahlung werde sogar ein Nachlass von € 20.– gewährt, hieß es in dem Schreiben. –

 

ludwig-patriciaWas blieb dem Amerikaner also übrig, als den geforderten Betrag der Einfachheit halber von einer Bekannten aus Österreich überweisen zu lassen, die sich mit der Geschichte jetzt an WIFF wandte: „Wir telefonieren fast jede Woche – und jedes Mal kommt dieses Ärgernis auch heute noch zur Sprache. Selbst eine Einladung zu uns schlagen Steve und sein Vater regelmäßig aus und sagen: Nie mehr Österreich“, so Patricia Ludwig (siehe Foto), welche die Überweisung auf Ersuchen ihrer amerikanischen Freunde durchführte, im Gespräch mit WIFF-Landesparteiobmann Hans Jörg Schimanek mit der Bitte, die ÖBB „vor den Vorhang“ zu holen.

„Was wir gerne machen“, so Schimanek. „Die beiden amerikanischen Gäste haben zwar einen Fehler gemacht, wenn ÖBB-Kontrollore aber zwei offensichtlich ermüdete und ratlose Flugankömmlinge samt großem Gepäck aus Amerika vor sich haben, noch dazu mit bezahlten, aber leider nicht entwerteten Tickets, dann sollte man schon etwas Fingerspitzengefühl erwarten dürfen. Ihr aus meiner Sicht klares „Vurschrift is Vurschrift“-Verhalten hat sowohl den ÖBB wie auch unserem Land einen denkbar schlechten Dienst erwiesen. Ob’s an einer Provision für erwischte Schwarzfahrer gelegen hat..?“
Die ÖBB wären jedenfalls gut beraten, ein entsprechendes Entschuldigungsschreiben samt zumindest einem Gutschein als Anreiz für einen künftigen Österreich-Besuch nach Florida zu senden – mit der Adresse steht WIFF gerne zur Verfügung…

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