Gemeindebau Aistgasse / Kainachgasse: Wiener Wohnen provoziert Abbruch der Mieterversammlung

Der Skandal um Wiener Wohnen und die Sanierung der Gemeindewohnhausanlage Aistgasse / Kainachgasse in der Nordrandsiedlung weitet sich aus. Jüngster Gipfelpunkt: Der laut Aussage von Versammlungsteilnehmern „völlig abgehobene und zynisch agierende“ Floridsdorfer Wiener Wohnen-Chef Eggenhofer habe die rund 70 Anwesenden Mieter „derart zur Weißglut gebracht“, dass die Mieterversammlung letztendlich nach dem Rücktritt des gesamten Mieterbeirates abgebrochen werden mußte.„Höchste Zeit für den Rücktritt der Mieterbeiräte, die waren ja ohnehin nur Erfüllungsgehilfen von Wiener Wohnen“, so ein Mietersprecher zu WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek. – Stein des Anstoßes war – wie ja WIFF – Wir für Floridsdorf und zahlreiche Medien mehrfach berichtet haben – die Sanierung der Wohnhausanlage. „Obwohl gewisse Kostenüberwälzungen auf die Mieter, beispielsweise für den Neubau von nicht behindertengerechten Aufzügen oder für die kompletten Neuausstattungen von leer gewordenen Wohnungen, den geltenden Bestimmungen widersprechen, haben die Mieterbeiräte unter ‚mieterfeindlicher Anleitung‘ durch Wiener Wiener Wohnen und die Mietervereinigung bei der Schlichtungsstelle ihre Unterschriften unter den Sanierungsantrag gesetzt, der nunmehr laut Wiener Wohnen ‚rechtskräftig‘ ist. Eindeutig zum Schaden der Bewohner, die seither mit Mietzinserhöhungen bis zu 70% konfrontiert sind“, so Schimanek.

WIFF vertritt die Ansicht, dass Entscheidungen, die trotz Verletzung geltender Bestimmungen und dem daraus resultierenden Irrtum der Unterzeichner Rechtskraft erhalten haben, aufgehoben werden müssen. „Laut unterzeichnetem Sanierungsakt sollten auf allen Stiegen behindertengerechte Aufzüge eingebaut werden. Die Wirklichkeit sieht allerdings anders aus. Von behindertengerecht keine Rede, die Aufzüge halten jeweils nur in den Halbstöcken, behinderte Personen, ob mit Gehstock oder Rollstuhl, müssen in jedem Fall entweder acht bis zehn Stufen hinauf oder hinunter bewältigen, wenn sie zu ihrer Wohnung gelangen oder von dort aus zum Lift wollen“, so WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek. „Die Kosten dürfen daher nicht den Mietern angelastet, sondern müssen ausschließlich von Wiener Wohnen getragen werden“.

Da Wiener Wohnen jedoch zu keinem Einlenken bereit war, hat sich WIFF – Wir für Floridsdorf an FPÖ-Bezirksrat Michael Niegl um Unterstützung gewandt. Ihm war es Wochen zuvor gelungen, in seiner Genossenschaftsanlage die gleiche Situation im Interesse der Mieter zu bewältigen.Aistgasse Gmeindebau

„WIFF ist – leider – noch nicht im Wiener Gemeinderat vertreten, daher erhoffen wir uns, mit Hilfe der FPÖ-Gemeinderatsfraktion eine für die Mieter positive Lösung zu erreichen. Hier geht’s ja nicht um Parteipolitik und gefärbte Scheuklappen, sondern ausschließlich um die Interessen der von Wiener Wohnen praktisch über den Tisch gezogenen Mieter“, begründet WIFF-Parteiobmann BR Hans Jörg Schimanek das WIFF-Ersuchen an die FPÖ, „das auch schon die ersten Erfolge zeitigt“.

Aistgasse – Hoffnung lebt

Michael Niegl vertrat – ausgestattet mit einer Vertretungsvollmacht – bei der zuletzt abgebrochenen Mieterversammlung vehement die Interessen der Bewohner und konfrontierte Wiener Wohnen-Floridsdorf-Chef Eggenhofer mit zahlreichen Ungereimtheiten und dringend aufklärungsbedürftigen Fakten. „Wenn es notwendig wird, scheuen wir im Interesse der geschröpften Mieter auch die Unterstützung beim Beschreiten des Rechtsweges nicht“, so Niegl zu WIFF-Obmann Hans Jörg Schimanek.

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