Gemeindebau-Anlage Amperegasse in Jedlesee: Seit Sanierungsbeginn schweben die Bewohner in Lebensgefahr –  Wegen Baupfusch sind Blitzschutzanlagen seit Monaten außer Funktion

Die meisten Mieter in der Gemeinde-Wohnhausanlage Amperegasse in Floridsdorf/Jedlesee wissen es gar nicht: Sie leben wegen des seit Monaten funktionsuntüchtigen Blitzschutzes in ihren Wohnungen in Lebensgefahr. Die an den Hausmauern geführten Blitzableiter sind bei allen Häusern zu kurz geraten und daher nicht mit den im Boden verankerten Erdungskabeln verbunden. Laut Auskunft eines von WIFF kontaktierten Elektroanlagenbauers suchen sich Gewitterblitze bei Fehlen funktionierender Blitzableiter beim Einschlagen den Weg direkt durch das betroffene Haus. „Hier besteht bei Gewittern für die Bewohner tatsächlich höchste Lebensgefahr, Sofortmaßnahmen sind daher unumgänglich“, sagt WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek.
Aber auch sonst scheint das Sanierungsvorhaben von Wiener Wohnen laut Auskunft einiger Mieter nicht klaglos zu funktionieren. So kam man bei einigen Häusern erst nach Fertigstellung der Fassaden darauf, dass der Einbau neuer Gegensprechanlagen erforderlich sei und auch bei der Verblechung mancher Fenstern fehlen nach „Fertigstellung“ ganze Teilstücke. Immer wieder passiere es laut Auskünften verärgerter Mieter auch, dass unmittelbar nach Baubeginn in dem einen oder anderen Teilbereich dann Wochen lang keine Arbeiter mehr gesichtet werden. „Was hier seit Sanierungsbeginn passiert ist, kommt einem Pfusch in Reinkultur gleich. Und das klarerweise auf Kosten der Wiener Steuerzahler“, sind  Hans Jörg Schimanek und sein Bezirksratskollege Ossi Turtenwald nach mehreren Lokalaugenscheinen und Mietergesprächen überzeugt. „Wir werden im Interesse der Mieter die Endabrechnung dieses Vorhabens auf Heller und Pfennig prüfen lassen“, versprechen die beiden Bezirkspolitiker.
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Fotos: Joschi Tuczai