Gemeindebau Siemensstraße 21–55: Wiener-Wohnen-Posse um Fahrradboxen

„Stadtrat Ludwig sollte sich endlich weniger um seine eigene Performance kümmern und statt der vielen täglichen Foto- und Pressetermine endlich bei Wiener Wohnen aufräumen!“, ärgern sich die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald, nachdem sie jüngst von Bewohnern der bekannt sanierungsskandalumwitterten Gemeindewohnhausanlage Siemensstraße 21–55 mit der neuesten Posse von Wiener Wohnen konfrontiert wurden. Diesmal stehen 15 sogenannte Fahrradboxen im Mittelpunkt: Vor etwa einem Jahr hatte Wiener Wohnen für die Bewohner des dortigen sogenannten „Alte-Leute-Heims“ nagelneue Fahrradboxen angeschafft und im dortigen Laubengang installieren lassen.

Bei den vorerst ob der neuen ‚Unterkünfte‘ für ihre Räder und Rollatoren hoch erfreuten Mietern wich das Glücksgefühl aber bald großem Ärger. „Was nützen uns die Boxen, wenn man uns die Schlüssel dazu nicht gibt“, lauteten die an WIFF heran getragenen Beschwerden.
 
„Tatsächlich standen diese schlüssellosen Fahrradboxen komplett installiert ein Jahr lang versperrt im Laubengang und konnten von ihren künftigen Nutzern lediglich bewundert werden. Erst nach nahezu monatlichen Urgenzen rückte Wiener Wohnen vor wenigen Tagen endlich die Schlüssel heraus, ohne auch nur ein Wort über die ein Jahr lange Wartezeit zu verlieren“, so Schimanek.
 
Aber schon beim ersten Aufsperren folgte gleich eine neue böse Überraschung: Die Boxen verfügen über keinen Boden sondern sind nach unten hin völlig offen. „Zudem mussten die Mieter nach dem ersten Regen feststellen, dass durch die Belüftungsschlitze an der Boxenrückwand Wasser eindringt. Bei Kosten von Euro 1.000.– pro Stück (Preisangabe der Handelsfirma im Internet) plus Montage sollte man eigentlich mehr verlangen dürfen“, so Mietersprecher Gerhard Doppler und fügt wohl nicht zu Unrecht etwas süffisant hinzu: „Bei einer den Benützern verrechneten Monatsmiete von Euro 7.– erhebt sich die Frage, ob sich die Anschaffung jemals rechnen wird oder ob die bodenlosen Boxen nicht schon zuvor reif für die Müllhalde sein werden…“
Fotos: Gerhard Doppler, Joschi Tuczai.