Gemeindebausanierung Amperegasse in Jedlesee: Nach Bauskandal-Aufdeckung durch WIFF und Krone-Bericht verteidigt sich Wiener Wohnen mit unwahren Auskünften: „Das Problem wurde sofort behoben!“ stellt sich als Falschaussage heraus

Im Anhang stehender Artikel in der Kronenzeitung vom 10. September hat auch WIFF überzeugt,  daher haben wir darüber auf Homepage und Facebook berichtet.

krone-amperegasseBei einem neuerlichen Lokalaugenschein am 11. September sah sich aber WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek vor Ort beinahe ungläubig mit der

Tatsache konfrontiert, dass die Aussage von Wiener Wohnen, das Problem mit den funktionsuntüchtigen
Blitzschutzanlagen an den Wohnhäusern sei nach WIFF- und Krone-Kritik sofort behoben worden,
nicht der Wahrheit entspricht. Zwar wurden Blitzableiter einiger Häuser zumindest provisorisch geerdet,
bei vielen anderen Häusern der Gemeindebausiedlung hängen die zu kurz geratenen Blitzableiter
aber nach wie vor ohne Erdung in der Luft. WIFF fordert jetzt umgehend eine Erklärung, wie es zu
derartigen Falschauskünften seitens Wiener Wohnen kommen konnte. Dies sollte wohl auch
Wohnen-Stadtrat Ludwig (SPÖ) interessieren…

Hier Beweisfotos von WIFF-Fotograf Joschi Tuczai von Sonntag, 11. September, 16 Uhr:

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Nach Baupfusch-Aufdeckung durch WIFF im Gemeindebau Amperegasse u. a. wegen funktionsuntüchtiger Blitzableiter und einem Krone-Bericht wurden die Mängel sofort behoben. Wiener Wohnen: „Es bestand
keine Gefahr durch Blitzschlag, dazu sind die Häuser zu niedrig“… – Dazu WIFF: „Wozu wurden dann teure Blitzschutzanlagen beauftragt?
Reif für das Kabarett dürften so manche Wiener Wohnen-Mitarbeiter der Chefetagen sein. Zumindest
jedenfalls jene Person, die der Kronenzeitung auf Anfrage zu unserem gegenständlichen Bericht (siehe
unten) erklärt hat, wegen der unzulänglichen, weil nicht geerdeten, Blitzableiter hätte keine Gefahr für
die Mieter bestanden. Die Häuser seien für ein Einschlagen von Blitzen zu niedrig. WIFF-Bezirksrat
Hans Jörg Schimanek dazu: „Wenn das stimmte, wären ja die sündteuren Blitzschutzanlagen in dieser
Gemeindebau-Siedlung völlig überflüssig, man hätte das Geld für andere Vorhaben sparen können“.
WIFF wird jedenfalls bei der Innung der Elektroinstallateure zu diesem Fall eine Expertise einholen.

Gemeindebau-Anlage Amperegasse in Jedlesee:
Seit Sanierungsbeginn schweben die Bewohner in Lebensgefahr
Wegen Baupfusch sind Blitzschutzanlagen seit Monaten außer Funktion

Die meisten Mieter in der Gemeinde-Wohnhausanlage Amperegasse in Floridsdorf/Jedlesee wissen es gar nicht: Sie leben wegen des seit Monaten funktionsuntüchtigen Blitzschutzes in ihren Wohnungen in Lebensgefahr. Die an den Hausmauern geführten Blitzableiter sind bei allen Häusern zu kurz geraten und daher nicht mit den im Boden verankerten Erdungskabeln verbunden. Laut Auskunft eines von WIFF kontaktierten Elektroanlagenbauers suchen sich Gewitterblitze bei Fehlen funktionierender Blitzableiter beim Einschlagen den Weg direkt durch das betroffene Haus. „Hier besteht bei Gewittern für die Bewohner tatsächlich höchste Lebensgefahr, Sofortmaßnahmen sind daher unumgänglich“, sagt WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek.

Aber auch sonst scheint das Sanierungsvorhaben von Wiener Wohnen laut Auskunft einiger Mieter nicht klaglos zu funktionieren. So kam man bei einigen Häusern erst nach Fertigstellung der Fassaden darauf, dass der Einbau neuer Gegensprechanlagen erforderlich sei und auch bei der Verblechung mancher Fenstern fehlen nach „Fertigstellung“ ganze Teilstücke. Immer wieder passiere es laut Auskünften verärgerter Mieter auch, dass unmittelbar nach Baubeginn in dem einen oder anderen Teilbereich dann Wochen lang keine Arbeiter mehr gesichtet werden. „Was hier seit Sanierungsbeginn passiert ist, kommt einem Pfusch in Reinkultur gleich. Und das klarerweise auf Kosten der Wiener Steuerzahler“, sind Hans Jörg Schimanek und sein Bezirksratskollege Ossi Turtenwald nach mehreren Lokalaugenscheinen und Mietergesprächen überzeugt. „Wir werden im Interesse der Mieter die Endabrechnung dieses Vorhabens auf Heller und Pfennig prüfen lassen“, versprechen die beiden Bezirkspolitiker.

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Fotos: Joschi Tuczai