Gemeindewohnhausanlage Amperegasse: Statt Dachgeschossen ein unsäglicher Sanierungspfusch

Die lautstarke Ankündigung von Wohnen-Stadtrat Ludwig (SPÖ), eine Dachwohnungs-Offensive starten zu wollen, ist zumindest in Floridsdorf, Ludwigs Heimatbezirk, „heimlich, still und leise“ verhallt. Speziell die von der Lage her bestens geeignete Wohnsiedlung entlang der Amperegasse, zwischen der Jedleseer Straße und dem Hubertusdamm, hätte sich für den Aufbau von Dachgeschosswohnungen bestens geeignet. Vor allem kostengünstig wären solche Ausbauten gewesen, weil eine Hebung der Dächer nicht erforderlich gewesen wäre. Doch Ludwig und sein Wiener Wohnen begnügten sich mit einer Sanierung der Anlage in einer Form, wie sie Bauexperten die Haare zu Berge stehen lässt. Die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald, seit rund zwei Jahren in regem Kontakt mit Bewohnern, waren kürzlich mit dem Experten einer großen Baufirma zu einem Lokalaugenschein und Gesprächen mit betroffenen Mietern vor Ort. „Allein die Dauer der bereits seit Jahren laufenden Sanierung hat bei unserem Fachmann Dipl. Ing. Werner K. nur Kopfschütteln ausgelöst. Und sein Resümee nach den Schilderungen einiger Mieter und der Besichtigung der nach wie vor noch unfertigen Häuser lautete kurz und bündig: ‚Da waren oder sind wohl mehr Pfuscher denn Fachleute am Werk!'“, so Turtenwald.


Tatsächlich leben die Mieter in der Amperegasse seit Jahren auf einer desolaten Dauerbaustelle und sehen sich immer wieder mit Fehlleistungen dort tätiger Firmen konfrontiert. „Im vergangenen Winter sind für die Leute in den Erdgeschosswohnungen trotz maximal erzielter 17 bis 18 Grad Raumtemperartur die Heizkosten explodiert, weil durch die schlecht isolierte Kellerdecke die Kälte in die darüber liegenden Wohnungen aufstieg. Die Ursache: Die „Sanierer“ hatten zwar die Kellerfenster getauscht, aber die neuen Fenster nur provisorisch mittels Holzkeilen eingepasst. „Die Mängelliste ließe sich ellenlang fortsetzen und es wäre wohl die Aufgabe eines funktionierenden Mieterbeirates, Wiener Wohnen namens der betroffenen Mieter in Form einer zeitlich begrenzten, aber deutlichen, Mietreduktion zur Kasse zu bitten. Auch wäre es Aufgabe des Wohnen-Stadtrates Ludwig, angesichts der letztlich von Wiener Wohnen durch Nichthandeln verursachten Mißstände wenigstens in seinem Heimatbezirk für Ordnung zu sorgen!“, fordert WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek abschließend.