„Generalsanierung“ Gemeindebau Aistgasse/Kainachgasse beweist: Wohnen-Stadtrat Ludwig ein Realitätsverweigerer

„Es gab bei Wiener Wohnen keine Versäumnisse!“ tönte Wohnen-Stadtrat und Floridsdorfer SPÖ-Vorsitzender Ludwig, nachdem es im Zusammenhang mit dem jüngsten Wiener Wohnen-Skandal für ihn zuletzt „ziemlich eng“ geworden war.

Bei WIFF – Wir für Floridsdorf und sicherlich auch bei vielen Betroffenen in den Wiener Gemeindebauten lösen solche Wortmeldungen des SPÖ-Stadtrates nur Kopfschütteln aus. „Seit seiner Gründung im Jahr 2009 bringt WIFF ein Versäumnis bei Ludwigs Wiener Wohnen nach dem anderen ans Tageslicht, darunter nach Betrug nicht nur riechende, sondern geradezu stinkende Fälle. So etwa die als „behindertengerecht“ ausgewiesenen 41 neuen Aufzüge in der Anlage Aistgasse/Kainachgasse, wo etwa Rollstuhlfahrer zum Erreichen der nur in den Halbstöcken haltenden Aufzüge jeweils neun Stufen bewältigen müssen.



Doch Ludwig bzw. seine Adlaten bei Wiener Wohnen rühren kein Ohrwaschel“, kritisieren die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald den SPÖ-Stadtrat. – Seltsames ist auch den Betriebskostenabrechnungen der Anlage zu entnehmen. Da werden den Mietern für die Jahre 2014 und 2015 jeweils über 7.000.– Euro für Aufzugsarbeiten in Rechnung gestellt, obwohl die Aufzüge erst seit 2014 in Vollbetrieb sind und etwaige Schäden noch unter die Herstellergarantie fallen müssten.

Weiters wurden die Handläufe in den Stiegen zwar abgeschliffen, aber nicht gestrichen, im Keller die Schäden an Mauern und Türfassungen nicht behoben und die Decken-Wärmedämmung im Rohzustand belassen. Ebenso wurden die von der ehemaligen Beleuchtung stammenden Mauerlöcher nicht saniert. Und die Wände sowie die Deckendämmung in den Waschküchen wurden ebenfalls nicht ausgemalt. „Erst heuer am 3. Jänner wurden hier die Decken weiß gestrichen und wir Mieter sind schon neugierig, ob sich das bei der Betriebskostenabrechnung 2017 niederschlägt. Denn immerhin liegt das Ende der sogenannten Generalsanierung unserer Anlage ja erst zwei Jahre zurück“, so ein Hausbewohner.

WIFF-Bezirksrat Schimanek: „Diese Mängelliste ließe sich schier unendlich fortsetzen. Ich erinnere da als Beispiele nur an die dubiosen, aber ungeahndet gebliebenen Gemeindebau-Sanierungen etwa in der Siemensstraße, Justgasse, am Mühlweg oder in der Amperegasse“. Nicht zuletzt seien die den Mietern via Betriebskosten zwar verrechneten, aber nicht oder nur mangelhaft erbrachten Leistungen im Bereich der Grünflächengestaltung/Strauchschnitt etc. erwähnt. Schimanek und Turtenwald abschließend: „WIFF ruft das Jahr 2017 zum ‚Jahr der Gemeindemieter‘ aus. Die Leute dürfen sich nicht mehr alles gefallen lassen aus Furcht vor Repressalien von Wiener Wohnen. Wir von WIFF stehen auf Wunsch gerne mit Rat und Tat zur Verfügung“.