Geplante Marktordnung als „Todesstoß“ für Floridsdorfer Markt? Brussattimarkt in Baden als Beispiel, wie’s klappen könnte

Weil SPÖ-Stadträtin Sima als „Chefin“ der Wiener Märkte künftigen Betreibern von Markt-Lebensmittelständen verbieten will, auf bis zu acht Sitzplätzen diverse kleine Speisen und Getränke zu verabreichen, droht den Wiener Märkten – und hier speziell auch dem ohnehin nur schwer in die Gänge zu bekommenden Floridsdorfer Markt – ein weiterer Aderlass, wenn nicht sogar da oder dort das endgültige „Aus“.

„Statt die Märkte zu beleben, treibt man mit solchen Maßnahmen potentielle Marktkunden direkt zu den diversen Supermarktketten. Die Wiener Märkte waren und sind auch heute noch echte ‚Begegnungszonen‘. Hier kommt man neben seinen Einkäufen auch zum Reden zusammen und möchte oft auch das eine oder andere Gustohäppchen oder ein Getränk zu sich nehmen. Wenn man dies verhindern will, vertreibt man mit Sicherheit immer mehr Kunden“, sind die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald überzeugt. Bestätigt werden die beiden Floridsdorfer Bezirkspolitiker durch einen Besuch des Badener „Grünen Marktes“ auf dem Brussattiplatz: „Hier kann man nicht nur Einkaufen, vielmehr bieten viele Stände ihre leckeren Produkte nicht nur zum Mitnehmen, sondern auch zum sofortigen Konsumieren an. Damit hat sich der Markt schon nach kurzer Zeit zu einem beliebten Treffpunkt vieler Badener Bürger entwickelt, die den üblichen Einkauf gleich mit dem Angenehmen verbinden“. –
 
Wenig abgewinnen können Schimanek und Turtenwald hingegen den Forderungen etwa der ÖVP, die Standler sollten über ihre Öffnungszeiten selbst entscheiden können und auch an Sonntagen offen halten dürfen. „Dies würde zu einem wenig lustigen Ratespiel für die Kunden führen, wann denn wer seinen Stand geöffnet hat. Gewisse fixe, für alle Stander verbindliche, Öffnungszeiten muss es einfach geben. Aber um beispielsweise 20 Uhr müsste für alle Stände Sperrstunde sein, ebenso sollen die Stände entgegen der ÖVP-Forderung an Sonntagen geschlossen bleiben. Denn den Anwohnern wäre eine Lärmbelästigung über diese Zeiten hinaus wohl nicht zuzumuten“, so Schimanek, der sich nach dem Beispiel Baden auch auf dem Floridsdorfer Markt eine kleine Vinothek vorstellen kann: „Hier könnten die Produkte unserer Floridsdorfer Winzer – von Wein über Traubenmost bis hin zu Fruchtsäften – zu Ab-Hof-Preisen verkauft und auch verkostet werden. Reine Sauf-Stände nach dem Muster eines derzeit leider auch auf unserem Markt betriebenen Lokals dürften allerdings keine Betriebsgenehmigung erhalten bzw. eliminiert werden“. –
 
Negative Randerscheinung: Schon im Vorjahr hat WIFF den übrigen im Bezirksparlament vertretenen Fraktionen einen gemeinsamen Besuch des Brussattimarktes In Baden vorgeschlagen – bisher leider ohne Rückmeldung…
Bilder: WIFF-Besuch des Brussattimarktes in Baden gemeinsam mit dem dortigen Bürgerlistenstadtrat Jovi Trenner im Herbst 2016.