Gesundheitszenrum Floridsdorf: Gefäßambulanz geschlossen – „Wir haben leider keinen Arzt!“…

Nicht nur in der neuen „Klinik Floridsdorf“ herrscht akuter Mangel an Ärzten und Pflegepersonal, auch bei der Gesundheitskasse Wien (ehemals WGKK) stehen wegen gleicher Probleme Patienten vor geschlossenen Ambulanzen.

So etwa im Gesundheitszentrum Wien Nord in der Karl Aschenbrenner-Gasse, wo beispielsweise die Gefäßambulanz nach dem Abgang des dort tätigen Mediziners seit Wochen geschlossen ist.
 
Im WIFF-Büro schilderte kürzlich Kassenpatient Gerard G. WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek seine diesbezüglichen Erlebnisse: „Im Oktober des vergangenen Jahres war ich mich mit einer ärztlichen Zuweisung wegen eines Untersuchungstermines in der Gefäßambulanz des Ambulatoriums und wurde für Ende Jänner vorgemerkt. Nunmehr erhielt ich die telefonische Mitteilung, ich solle nicht kommen, die Gefäßambulanz sei derzeit geschlossen. Auf meine Frage nach dem Warum gab es die lakonische Antwort: ‚Wir haben leider keinen Arzt!‘ – Meine weitere Frage, wann ich denn wieder kommen solle, hieß es, ich solle es halt im März wieder versuchen“.
 
„Anlässlich meiner persönlichen Nachfrage im Gesundheitszentrum wurden mir Gerhard G.’s Aussagen voll bestätigt“, so Schimanek, der die teils katastrophalen Zustände in der Gesundheitsversorgung der Wiener Bevölkerung auf eklatante Fehlleistungen der Stadtpolitik, vor allem der Jahrzehnte lang allein regierenden Wiener SPÖ, zurückführt.
 
„Den Herrschaften im Rathaus scheint in den letzten Jahrzehnten nicht nur entgangen zu sein, dass sich die durchschnittliche Lebenserwartung immer weiter nach hinten verschiebt und es dadurch vermehrter medizinischer Betreuung bedarf, auch die stets steigende Einwohnerzahl in der Bundeshauptstadt blieb ohne Beachtung. Veraltete Spitäler wurden – wenn überhaupt – nur notdürftig saniert und angesichts der massiv gestiegenen Zuwanderung kann der völlig verspätete und auch eindeutig verunglückte Krankenhausneubau in Floridsdorf bestenfalls als Teillösung betrachtet werden“, so Schimaneks Kritik.
 
Zugleich verweist der Bezirkspolitiker auch auf die nunmehr immer deutlicher werdenden Versäumnisse im Bereich der Pflege. „Wenn man Jahrzehnte lang bei der Ausbildung von Pflegepersonal für Spitäler und Geriatriezentren den Sparstift ansetzt, darf man sich nicht wundern, dass nunmehr in Krankenhäusern ganze Stationen wegen Personalmangel zeitweise geschlossen werden müssen“, so Schimanek abschließend.