„Glatteisgefahr“ für BV Papai (SPÖ): Seine unbedachte Reaktion auf Strafen für verbotene Durchfahrten durch Privatgrundstück könnte teuer werden.

Weil es an der neuralgischen Kreuzung der B3 / Angyalföldstraße mit der Donaufelder Straße tagtäglich zu langen Staus kommt und seitens der Stadt Wien trotz steter Aufforderungen zum Handeln außer Schweigen nichts kommt, nutzen immer mehr motorisierte Verkehrsteilnehmer einen illegalen Abkürzer durch das angrenzende Gewerbegebiet.

„Und das unter Missachtung der deutlich sichtbaren Gebotstafeln oftmals nicht gerade langsam. Was bisher regelmäßig zu beschädigten Lichtmasten und Verkehrsregeln geführt hat“, so der Vermieter der dortigen Geschäftslokale. Er hat daher eine Firma beauftragt, durchfahrende Lenker zu eruieren, die dann via Anwaltsbrief zur Kasse (Euro 239.–) gebeten und überdies zur Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung aufgefordert wurden bzw. werden.

„Lenkern, die im Anwaltsbüro angerufen und ihr Verhalten bedauert hatten, wurden die Strafen auf 150 Euro, gerade einmal die Anwaltskosten, reduziert“. so WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek nach eingehenden Recherchen. So wie für den Geschäftslokalvermieter ist auch für die WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald Papai’s „Schnellschuss“ unverständlich.

„Seine Aussage (siehe Artikel in „Österreich“) kommt einer Einmischung in privatrechtliche Angelegenheiten samt Geschäftsstörung gleich, wie man ja anhand von Facebook-Reaktionen leicht erkennen kann. Und das kann teuer werden. Viel klüger wäre es gewesen, sich umgehend mit dem Grundstückseigentümer in Verbindung zu setzen und ein ‚gutes Wort‘ für die ertappten ‚Sünder‘ einzulegen nach dem Motto: ‚Durch’s Reden kommen die Leut‘ z’samm‘. Statt ‚auf scharf‘ zu machen, sollte sich Papai besser für eine Sanierung der ‚Katastrophenkreuzung‘ Donaufelder Straße / Angyalföldstraße stark machen!“, so die beiden Bezirkspolitiker.

In diesem Zusammenhang erinnern sie auch an ihre kürzliche erfolgreiche WIFF-Initiative in einem ähnlichen Fall: „Als während der Monate langen Sperre eines Teilstücks der Siemensstraße täglich hunderte Fahrzeuglenker bei ihrer Fahrt in Richtung Richard Neutra-Gasse oder umgekehrt einen Abkürzer durch das dortige in Privatbesitz befindliche Gewerbegebiet nahmen und der Grundeigentümer letztlich alle Durchfahrer auf Besitzstörung klagen wollte, haben wir umgehend Kontakt mit ihm aufgenommen und gemeinsam mit Verkehrskommissions-Chef Pepi Fischer (SPÖ) erreicht, dass die eigentlich illegale Durchfahrt bis zur Wiedereröffnung der Siemensstraße toleriert wurde“.