Großfeldsiedler protestieren gegen „neuen Beton“ – „Lasst uns wenigstens unsere Grünflächen…!“ – Auch in Jedlesee und Strebersdorf sollen Gemeindebauten „verdichtet“ werden.

Wenn es nach dem Willen von Bürgermeister Ludwig (SPÖ) geht, soll in der Floridsdorfer Großfeldsiedlung wieder gebaut werden. Beton statt Grünflächen lautet offenbar die Devise des bis vor kurzem in Floridsdorf lebenden neuen Stadtoberhauptes, das jetzt den Startschuss für die Errichtung eines neuen großen Wohnblocks auf einer Wiese nächst dem Hallen- und Freibad abgegeben und damit bei großen Teilen der „Ur“-Großfeldsiedler vehemente Proteste ausgelöst hat. „Ein Schelm, der da jetzt denken mag, dass die Wiener SPÖ neuen Wohnraum für künftige Neo-Österreicher und letztlich neue Wähler schaffen will“, glauben die beiden WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald angesichts seit Jahren gemachter Erfahrungen im Bereich „Wohnungsvergabe an Ausländer durch Wiener Wohnen“ zu wissen.

Die Großfeldsiedlung als eine der größten Gemeindewohnhausanlagen Wiens stellt, was die zwischen 1966 und 1973 errichteten Wohnblocks betrifft, keine architektonische Meisterleistung dar. Die Verbauungsdichte hingegen ist – nicht nur für Wien-Verhältnisse – beispielhaft, kann man hier doch trotz oft vielgeschoßiger Wohnblocks ohne Übertreibung von einer „Siedlung im Grünen“ reden (siehe Google-Luftbilder).
 
„Diese tollen Strukturen zu zerstören, würde auch einen massiven Anschlag auf die angesichts der ‚SPÖ-Willkommenskultur in den Wiener Gemeindebauten‘ ohnehin schon stark beeinträchtigte Lebensqualität tausender Siedlungsbewohner bedeuten“, so die beiden Bezirkspolitiker.
 
Neben der Großfeldsiedlung hat die rot&grüne Rathauskoalition aber auch noch weitere Flächen für neue Wohnbauten in bestehenden Floridsdorfer Wohnsiedlungsgebieten auf der Agenda – etwa nächst der Anlage Autokader Straße/Tomaschekstraße und im Bereich Berlagasse/Mühlweg in Strebersdorf. – „Unserer Meinung nach müssten hier auch die in diesen Bereichen lebenden Bewohnern das Recht haben, gehört zu werden“, so die beiden WIFF-Bezirkspolitiker abschließend an die Adresse des seit dem Vorjahr Ex-Floridsdorfers und Bürgermeisters Ludwig (SPÖ).