Großfeldsiedlung: „Die doppelte Türmatte“ – oder die Geschichte von den Schildbürgern bei „Wiener Wohnen“.

Weil der Großfeldsiedlerin Sonja St. (67) auf einer Einkaufstour eine Türmatte besonders gefallen hatte, schlug sie kurzerhand zu und legte die dünne Matte einfach direkt auf die alte und ebenfalls sehr dünne Matte vor ihrer Wohnungstüre.

„Nach nunmehr drei Jahren war die Matte plötzlich verschwunden. Dafür erhielt ich wenig später einen dreiseitigen Brief samt ‚Beweisfoto‘ von ‚Wiener Wohnen‘, in dem man für das Entfernen meiner Fußmatte einen ‚Entrümpelungs’-Betrag von 18,47 Euro ohne Umsatzsteuer einforderte. Dabei waren meine beiden Matten zusammen deutlich niedriger als andere Türmatten auf unserer Stiege“, schilderte die empörte Frau WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek den Sachverhalt und präsentierte zum Beweis eine idente Matte ihrer Bekannten aus dem 6. Stock.
 
Für den Lokalpolitiker ein echter Schildbürgerstreich von ‚Wiener Wohnen‘. „Zwar ist wegen des leider immer mehr um sich greifenden unsozialen Verhaltens mancher zumeist neuer Gemeindemieter die Entrümpelung in Gemeindebauten auch in Befolgung des Feuerpolizeigesetzes zwingend notwendig. Wenn man aber zwei aufeinander gelegten und im Vergleich zu anderen gebräuchlichen Matten gemeinsam deutlich dünneren Türmatten eine Entrümpelungsaktion ‚angedeihen‘ lässt, ist das nur noch eine Lachnummer“, so der Lokalpolitiker.
 
Zudem werde der „Akt“ für „Wiener Wohnen“ zu einem wahrlich teurer Spaß. Schimanek: „Da ist einmal der dreiseitige Brief samt Beweisfotos. Diesem Schreiben lag jedoch kein Zahlschein bei, vielmehr heißt es im Text u. a. : ‚Für diese Forderung erhalten Sie eine gesonderte Vorschreibung‘ – Selbst wenn jetzt die Mieterin auf die Nutzung ihrer Rechtsschutzversicherung verzichtet und die Strafe nicht beeinsprucht, übersteigen die ‚Wiener Wohnen‘ durch diesen ‚Akt‘ entstehenden Kosten den Strafbetrag mehr als deutlich. Zwar nur ein ‚Mini-Zuschlag‘ auf das auch durch Unfähigkeit und Schlamperei a là Sanierungspfusch in Jedlesee verursachte Milliardendefizit von ‚Wiener Wohnen‘, aber die Wiener Steuerzahler werden es schon richten…“.