Großfeldsiedlung: Ganzer Gemeindebau an Explosionskatastrophe vorbeigeschrammt.

Über den Bewohnern der Stiege 38 und Nachbarstiegen in der Herzmanovsky-Orlandogasse 1–13 (Großfeldsiedlung) dürften am 18. September gleich mehrere Schutzengel gewacht haben. „Nur so kann ich mir erklären, dass es heute bei uns nicht zu einer katastrophalen Gasexplosion gekommen ist, unsere Wände noch stehen und das  Dach unseres 7-stöckigen Hauses nicht davongeflogen ist“, berichtet Bewohnerin Anita A. WIFF-Bezirksrsrat Hans Jörg Schimanek, den sie neben Feuerwehr und Polizei ebenfalls zu Hilfe gerufen hatte.

Hier die Schilderung der ob des Erlebten noch immer völlig aufgeregten Frau: „Nach einer entsprechenden Ankündigung erschienen heute um 7.45 Uhr Mitarbeiter der von Wiener Wohnen beauftragten Installationsfirma „Sanfix“ aus Floridsdorf zwecks Überprüfung der Gasleitungen auf unserer Stiege. Gegen 10 Uhr wurde auch an meinem Durchlauferhitzer gewerkt und die Anschlüsse auf Dichtheit geprüft, alles als in Ordnung befunden und die Gaszufuhr wieder aufgesperrt. Ich ging gleich danach außer Haus und kam erst wieder um 18 Uhr in meine Wohnung. Schon an der Eingangstür empfand ich einen seltsamen Geruch und im Badezimmer traf mich dann beinahe der Schlag. Da züngelte doch tatsächlich unterhalb meines Durchlauferhitzers eine Feuerflamme aus der Gasleitung. Ich verständigte sofort die Feuerwehr und machte auch rasch ein Beweisfoto, ehe die Männer mit drei Einsatzfahrzeugen zur Stelle waren. Wegen Explosionsgefahr wurde sofort die Stromzufuhr zur Wohnung ausgeschaltet,  die Gasleitung absperrt und auch Polizei und Gaswerk zum Einsatzort dirigiert. Danach rief ich bei Wiener Wohnen an, kam allerdings nur zu einem Tonband, auf dem mir nach Bekanntgabe meiner Daten ein Rückruf zugesagt wurde. Diese Prozedur wiederholte ich noch zweimal samt dem Hinweis auf die brennende Gasleitung, aber ebenfalls ohne Erfolg. Erst nach einer Intervention der Hausmeisterin erhielt ich dann gegen 21 Uhr einen Anruf des Mobilen Einsatzteams von Wiener Wohnen und es wurde mir ein Besuch auch des zuständigen Werkmeisters für den 19. September zugesagt“.

Für WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek ist die Sachlage sonnenklar: „Hier ist der ganze 7-stöckige Gemeindebau an einer Explosionskatastrophe vorbeigeschrammt. Hätte sich das Gas an der Austrittsstelle nicht entzündet sondern sich nach Beendigung der Arbeiten in der Zeit zwischen 10 Uhr und der Rückkehr von Anita A. um 18 Uhr in der Wohnung angesammelt, wäre es nach der ersten Betätigung eines Lichtschalters, spätestens aber beim Entzünden der ersten Zigarette mit Sicherheit zu einer gewaltigen Explosion gekommen.

 

WIFF will hier zumindest vorerst keine Schuldzuweisungen an die tätig gewesenen Arbeiter richten und auch – ebenso vorerst – auf die Praktiken von Wiener Wohnen nicht näher eingehen. Aber eines muss auch für Wiener Wohnen klar sein: Nach diesem Vorfall müssen sämtliche von der Firma Sanfix in der Anlage vorgenommenen Dichtheitsprüfungen an den Gasleitungen neuerlich durchgeführt werden. Diesmal allerdings von einem anderen Fachbetrieb!“, so WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek nach Gesprächen mit mehreren Hausbewohnern abschließend an die Adresse der für Wiener Wohnen verantwortliche Stadträtin Gaal (SPÖ).