Großwohnbau „Siemensäcker“: Umspundungen trotz gegenteiliger Zusagen in vollem Gang – Siedler fürchten künftige Überschwemmungen ihrer Häuser.

Eine Baustraße rund um das Wohnbau-Großprojekt „Siemensäcker“ zwischen der gewachsenen Siedlung „Wolfsgrube“ an der Steinheilgasse und dem Siemens-Werksareal ist bereits fertig gestellt. Derzeit werden auf dem Gelände entgegen früheren Versprechungen tiefreichende Spundwände in den Boden gerammt – jetzt befürchten die Siedler einen gefährlichen Eingriff in die Grundwasserbewegung mit künftigen Überschwemmungen ihrer Häuser.

„Es ist uns unverständlich, wie man mit solchen Arbeiten zu einem Zeitpunkt beginnen kann, noch ehe der Verwaltungsgerichtshof über unsere Forderung nach einer bisher von Bauträger und Magistrat verweigerten Umweltverträglichkeitsprüfung entschieden hat“, ärgern sich betroffene Siedler bei einem Zusammentreffen mit den WIFF-Bezirksräten Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald vor Ort. Und legen an Hand von Fotos Beweise dazu vor, dass ihre Warnungen vor zahlreichen Altlasten auf dem Gelände berechtigt waren. Schon beim Anlegen der Baustraße kamen bei Baggerungen Materialien zum Vorschein, deren Ablagerung auf normalen Deponien verboten ist.
 
„Da über diesem Industriegelände während des 2. Weltkrieges wahre Bombenteppiche niedergegangen sind, dürften mit Sicherheit auch einige Blindgänger im Erdreich liegen“, erinnert sich ein Anrainer an Schilderungen seines Vaters. – Verärgerung herrscht bei den Siedlern der „Wolfsgrube“ auch über die Verweigerung der Unterstützung ihrer Anliegen durch die Bezirksvorstehung.
 
„Obwohl wir ja nicht grundsätzlich gegen die Verbauung sind, sondern lediglich statt der vorgesehenen Errichtung von 35-Meter-Wohntürmen eine moderate Bauweise nicht bis hinein in den Grundwasserbereich einfordern, stoßen wir bei Magistrat und Bezirk auf ablehnenden ‚Beton‘. Was uns aber nicht davon abhalten wird, zur Wahrung unserer und der Interessen unserer Kinder und Enkelkinder alle Rechtsmittel auszuschöpfen, um dieses menschenfeindliche Projekt in seiner geplanten Form zu bekämpfen, sofern sich der Fall auch aufgrund der im Boden befindlichen gefährlichen Altlasten nicht von selbst erledigt“, legen sich die Siedlervertreter gegenüber den beiden WIFF-Bezirksräten deutlich fest.